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Schkeuditz Jäger vermutet Wolfsriss am Schladitzer See
Region Schkeuditz Jäger vermutet Wolfsriss am Schladitzer See
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11:21 11.09.2018
Wolfriss am Schladitzer See? Ein großer Teil des Tieres fehlt. Quelle: Foto: privat
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Schkeuditz

Am Freitagabend hatten ihn Bekannte aus Wolteritz von dem toten Reh berichtet. Der übel zugerichtete Kadaver lag im Bereich „Schafshöhe“ am Asphaltweg, wo viele Hundebesitzer und Wanderer unterwegs sind, wo gejoggt und geradelt wird. Heidt überrascht der Fund nicht. Er weiß von der Wolfssichtung am Werbeliner See und sieht nun das Tier oder das Rudel am Schladitzer See angekommen. Er habe im Internet recherchiert und die Reste des Rehbocks mit anderen Wolfsrissen verglichen und ist überzeugt, dass er es in seinem Revier am Schladitzer See mit einem Wolfsriss zu tun hat.

Waldbesitzer mahnt zur Vorsicht

„Auch in der Unteren Naturschutzbehörde hält man es für nicht ausgeschlossen, dass es sich bei dem Rehfund um einen Wolfsriss handeln könnte“, berichtet Heidt am Montag von seinem Kontakt mit dem Landratsamt Nordsachsen, dem er den Fund meldete. Er glaube aber nicht, dass der Rehbock direkt am Weg gerissen wurde, sondern vermutet, dass der Wolf seine Beute ein Stück weit mitgenommen hat.

Der Senior ist Besitzer des Waldstückes zwischen Hayna und Wolteritz und dort sehr oft als Jäger unterwegs, er hat 30-jährige Erfahrung. „Die Menschen sollten wissen, dass wir hier nicht mehr ganz allein sind, sie müssen informiert werden. Hundehalter sollten auf ihre Tiere aufpassen. Im Wald frei laufende Hunde haben gegen den Wolf keine Chance“, sagt Heidt. Deshalb mahnt er zur Vorsicht, ohne aber Panik verbreiten zu wollen.

“Mensch und Wolf kommen sich näher“

„Der Wolf gehört zur Natur. Er ist nun mal da, wir müssen lernen, mit ihm zu leben. Es bleibt nichts anderes übrig, als dass wir uns darauf einstellen“, sieht es Heidt pragmatisch. Die Menschen müssten sich daran gewöhnen, dass es dieses große Raubtier nicht mehr nur im Fernsehen, sondern auch hier am See ganz in der Nähe gibt. „Das ist kein Schmusehund. Die Situation bringt natürlich auch ein gewisses Risiko mit, denn eigentlich jagen Wölfe in einem sehr großen Bewegungsradius. So groß ist das Gelände hier aber nicht, Mensch und Wolf kommen sich näher“, glaubt Heidt.

Im Landratsamt blieb eine Anfrage zu dem Vorfall erst einmal unbeantwortet. Eine Bestätigung des Wolfsrisses durch die Behörde steht also noch aus, sie will sich am Dienstag dazu äußern.

Von Olaf Barth

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