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Jagd nach dem besonderen Motiv

Jagd nach dem besonderen Motiv

Wer auf den Straßen und Brücken rund um das Flughafengelände unterwegs ist, der sieht sie immer wieder mal an den Straßenrändern stehen: die sogenannten Plane-Spotter, Flugzeug-Beobachter.

Schkeuditz. Das sind technikbegeisterte Hobby-Fotografen von Jung bis Alt, die auf der Jagd nach dem ganz besonderen Flugzeug-Motiv sind.

Eben stehen die fünf Leute noch in lockerer Runde neben ihren Autos und fachsimpeln, dann ruft plötzlich einer: „Sie kommt“. Die Gespräche enden abrupt, alle Kameras werden gen Westen in den Himmel gerichtet, wo sich eine in Antalya gestartete Boeing 737 der Nord-Landebahn nähert. Als die Maschine immer tiefer sinkt, drücken die Spotter mehrfach auf die Auslöser, und dann ist das Flugzeug mit der Autowerbung auch schon aus dem Blickfeld verschwunden.

„Jetzt fehlt mir nur noch der Goldbär, den Haribär habe ich schon“, jubelt ein Mann mittleren Alters. Er will anonym bleiben, das DD an seinem Autokennzeichen verrät immerhin, dass er extra aus Dresden gekommen ist, um die Tuifly-Maschine mit der Sharan-Bemalung ablichten zu können. Wie seine Mitstreiter parkt er an einem Wirtschaftsweg für Anlieger im Westteil der Flughafenallee. Der Blick über Straße, Wiesen, Sicherheitsanlagen ist frei auf das zum Terminal gehörende Vorfeld. Der Leipziger Claus Schlimper hat kein Problem damit, seinen Namen zu nennen und zu seinem Hobby zu stehen. „Ich habe schon zu DDR-Zeiten Flugzeuge fotografiert. Das begann bereits damals in Mockau am alten Flughafen. Mit der IL-14 oder die AN-2“, erzählt der 68-Jährige. Früher hatte er es außerdem auch noch auf Dampfloks abgesehen.

Der Mockauer war mit seiner Nikon samt Teleobjektiv extra nach Schkeuditz gekommen, um den fliegenden VW-Werbeträger zu erwischen. „Diese Sonderbemalungen sind begehrte Fotomotive und komplettieren die Sammlung. Das hat ja nicht jeder. Wo so eine Maschine landet, erfährt man wie in diesem Fall aus dem Internet“, verrät Schlimper. Und wenn man schon mal da ist, wartet man auch noch die eine oder andere Stunde, um vielleicht eine weitere noch im Archiv fehlende Maschine vor die Linse zu bekommen. Auf dem Vorfeld steht zum Beispiel eine amerikanische Atlas Air, die ist auch nicht alle Tage zu sehen.

Kurz nach dem „Sharan-Flieger“ fotografiert der Diplom-Ingenieur eine einschwebende Aerologic-Frachtmaschine. Auf dem Display der Kamera zoomt der Senior dann die Registrierungs-Nummer der Maschine ran: „Schade, eine C, die habe ich schon.“ Das Alphabet der in Leipzig/Halle stationierten Boeings reicht derzeit entsprechend ihrer Anzahl bis F.

Hinter dem Sicherheitszaun patrouilliert ein Fahrzeug des Bundesgrenzschutzes. Außerhalb des Flughafens ist die reguläre Polizei zuständig. Ob die dicht an dicht parkenden Spotter schon mal Ärger mit der Polizei hatten? „Vertrieben wurde ich bisher noch nicht. Klar, manche lassen etwas die Muskeln spielen. Andere sind ganz freundlich, stellen sich dazu und machen Frühstückspause“, schildert der Leipziger seine Erfahrungen.

Auch der Flughafen hat gegen die Zaungäste nichts einzuwenden. „Im Gegenteil. Die Begeisterung für die Themen Fliegen und Flugzeuge verbindet“, sagt Flughafensprecher Uwe Schuhart. Er habe im Forum zu einigen Kontakt und erfahre dort selbst manche Neuigkeit. Oft seien es Fachleute, auch ehemalige Kollegen, die sich diesem Hobby verschrieben haben.

Olaf Barth

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