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Jetzt sind wieder Archäologen dran

Jetzt sind wieder Archäologen dran

Wer derzeit auf der Radefelder Allee zwischen Schkeuditz und den nördlichen Ortsteilen unterwegs ist, der sieht auf dem Feld vor dem Leipziger Porsche-Werk Bagger, die eine schnurgerade Trasse ins Erdreich ziehen.

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Mitarbeiter der Leipziger Außenstelle des Landesamtes für Archäologie untersuchen auf einem Feld vor dem Porsche-Werk den Boden nach Hinterlassenschaften von Menschen aus der Stein- oder Bronzezeit.

Quelle: Michael Strohmeyer

Schkeuditz. Grund: Bevor der Sportwagen-Hersteller hier seine Produktionskapazitäten erweitert, wollen Archäologen im Boden Hinterlassenschaften der Altvorderen suchen und sichern.

Archäologische Ausgrabungen sind das aber noch nicht, was seit dieser Woche von der Radefelder Allee aus zu beobachten ist. „Derzeit findet dort eine sogenannte Prospektion statt. Das ist eine Voruntersuchung, ob Befunde zu erwarten sind. Unsere Fachleute erkennen das an Löchern oder Verfärbungen im Erdreich“, erklärte gestern auf LVZ-Anfrage Christoph Heiermann, Pressesprecher des sächsischen Landesamtes für Archäologie. Die Bagger hätten dafür bis zu einem halben Meter Oberboden abgeschoben, damit die vier erfahrenen Leipziger Mitarbeiter an die noch „ungestörten“, also von der Landwirtschaft nicht betroffenen Schichten gelangen können. „Wir befinden uns in einem noch sehr frühen Stadium. Die richtigen Ausgrabungen beginnen erst, wenn es Anzeichen für Befunde gibt“, so Heiermann. Mit Befunden sind menschliche Hinterlassenschaften und Eingriffe gemeint.

Vorerst werden die Archäologen auf der rund 50 Hektar großen Fläche zweieinhalb Monate tätig sein. Ihre Suche richtet sich vor allem auf Keramik-Fragmente. Anhand dieser von Heiermann „wissenschaftlich nicht korrekt“ bezeichneten „Leitfossilien“ können Experten nahezu bis auf das Jahrhundert genau jenes Zeitalter festmachen, auf das man gerade gestoßen ist. Auf dem jetzt untersuchten Feld werden aufgrund von Erfahrungen in der Leipziger Region und hier bereits gefundener Fragmente Funde aus der Bronze- oder Eisenzeit erwartet. Das wären 1300 bis 600 Jahre v. Chr.. „Das ganze Leipziger Umfeld hatte sich durch große Fruchtbarkeit der Böden ausgezeichnet. Deshalb war es auch für die Menschen früher ein gern genutzter Siedlungspunkt“, erklärte Heiermann.

Sollten dann richtige Ausgrabungen nötig sein, werde das mit dem Bauherren besprochen, um mit ihm im Einvernehmen eine Entscheidung zu treffen, so Heiermann. „Wir wissen, dass uns nur ein bestimmtes Zeitfenster zur Verfügung steht, und werden zügig arbeiten. Aber wir bringen reichlich Erfahrung mit, etwa bei der Erschließung riesiger Flächen für das BMW-Werk und dessen Umfeld“, blickte der Pressesprecher voraus.

Olaf Barth

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