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Jörg Enke stellt sich nicht noch einmal zur Wahl

Oberbürgermeisterwahl in Schkeuditz Jörg Enke stellt sich nicht noch einmal zur Wahl

Diese Mitteilung überraschte am Freitag alle Stadträte: Das Schkeuditzer Stadtoberhaupt Jörg Enke (Freie Wähler) stellt sich selbst nicht noch einmal zur Wahl. Er sieht nach seinen beiden Amtsperioden die Gefahr der Stagnation, begründet er. Die Möglichkeit, erneut als Parteienkandidat aufgestellt zu werden, existiert aber noch ...

Über dem Schkeuditzer Rathaus braut sich was zusammen: Der OB stellt sich nicht noch einmal zur Wahl.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Gut zwei Monate vor der Oberbürgermeisterwahl in Schkeuditz hat das jetzige Stadtoberhaupt Jörg Enke (Freie Wähler) am Freitag mitgeteilt, dass er sich für eine weitere Amtszeit nicht noch einmal bewerben wird. Lediglich der OBM habe das Recht, sich ohne die Einholung von Unterstützerunterschriften oder ohne von einer Fraktion oder Partei vorgeschlagen zu sein, um eine neue Amtszeit zu bewerben. „Nach eingehender Abwägung habe ich entschieden, von diesem Recht keinen Gebrauch zu machen“, informierte der Jurist.

Nach 14 Jahren im Amt bestehe die Gefahr, dass in den folgenden Jahren Stagnation eintreten könne oder dass eingefahrene Gleise nur schwer verlassen werden könnten. „Dieser Gefahr möchte ich im Interesse der Stadt und der Bürger von Schkeuditz vorbeugen“, sagte Enke. Er möchte den Fraktionen den Weg freimachen, ihre Kandidaten oder gemeinsame Kandidaten aufzustellen, die eventuell frischen Wind in das Rathaus und in die Stadtentwicklung bringen. Das schließt eine Kandidatur Enkes als Parteien-, Fraktions- oder Bündniskandidat nicht aus.

OBM Jörg Enke tritt nicht noch einmal zur Wahl an

OBM Jörg Enke tritt nicht noch einmal zur Wahl an.

Quelle: Roland Heinrich

Warum sich der 52-Jährige mit dieser Entscheidung doch relativ viel Zeit gelassen hat und trotz mehrfacher Nachfragen der LVZ keine Aussagen zur Kandidatur von sich gab, begründet er jetzt: „Mir war wichtig, dass die Abstimmung zum Haushalt möglichst ohne wahltaktische Einflüsse und im Interesse der Stadt über die Bühne geht“. Zum anderen habe Enke die Zeit genutzt, viele Gespräche zu führen, auch mit den Stadtratsfraktionen, die ihn in den beiden vorherigen Wahlen 2003 und 2010 unterstützt hatten.

„Mir nötigt diese Entscheidung hohen Respekt ab“, sagte FW-Fraktionschef Thomas Knauf. Dass Enke sein Vorrecht nicht wahrnimmt und sich dem demokratischen Prozess stelle, verdiene Knaufs Achtung. „Ich kann keine Amtsmüdigkeit oder Stagnation erkennen“, sagte Knauf. Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Reiner Ehnert, zeigte sich überrascht. „Ich halte ihn für fachlich geeignet. Gerade in jüngster Zeit hat er viel bewegt“, sagte Ehnert. „Ich finde es schade und bedauerlich“, äußerte er.

Merkwürdig fand es Oliver Gossel, Fraktionschef von Bündnis 90/Die Grünen, schon, dass sich Enke bei der Entscheidung zur Kandidatur so viel Zeit gelassen hatte. „In dem Zusammenhang hatte ich schon vermutet, dass er nicht noch einmal kandidiert“, meinte er. Ungeachtet der Erfolge, die Enke unbestritten zu verzeichnen habe, sei die Arbeit als Stadtrat mit ihm gerade in jüngster Zeit schwierig gewesen. Ein „frischer Wind“ könne durchaus positiv sein.

„Sie erleben mich überrascht und sprachlos“, sagte Jens Kabisch, Fraktionschef der SPD. Er könne bei Enke keine Amtsmüdigkeit feststellen und hätte gedacht, dass sein Engagement und seine Ideen auch noch für eine weitere Amtszeit reichen würden. „Ich sehe keinen Kandidaten, der fachlich geeigneter wäre“, sagte er.

Überrascht gab sich der Chef der CDU/FDP-Fraktion, Wolfgang Händler. „Ich möchte jetzt dazu nichts sagen“, äußerte er. Am kommenden Mittwoch will der CDU-Verband einen eigenen Kandidaten bestimmen. „Im Vorfeld kann und darf ich dazu nichts sagen“, meinte Händler. Unterdessen kündigte aber der 44-jährige Rayk Bergner an, sich auf dieser CDU-Sitzung als Partei-Kandidat für das Oberbürgermeisteramt in Schkeuditz wählen lassen zu wollen. „Meines Wissens gibt es in der CDU keinen weiteren Kandidaten, aber das kann sich am Tag der Sitzung noch ändern“, meinte er.

Von Roland Heinrich

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