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Schkeuditz Jugendarbeiter protestieren vor Rathaus
Region Schkeuditz Jugendarbeiter protestieren vor Rathaus
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10:49 17.02.2010
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Schkeuditz

„Bisher konnten wir die Streichungen der Gelder für die Jugendarbeit so gut es ging abfedern“, äußert sich Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) besorgt. In den Vorjahren habe es immerwieder Kürzungen gegeben, die durch Spenden vom Flughafen Leipzig/Halle, von DHL und mit Zuschüssen der Stadt wettgemacht werden konnten. Sowohl beim Airport als auch bei DHL bestehe großes Interesse an der Jugendarbeit, äußert sich Enke dankbar. „Bei der derzeitigen Konjunktur- und Wirtschaftslage weiß ich nicht, ob uns das in diesem Jahr bei diesen Einschnitten auch gelingen kann. Ich sehe das mit großer Sorge“, betont Enke. Planungen des Freistaates sehen vor, die Jugendpauschale, die das Land für jeden unter 27-Jährigen zahlt, von 14,30 Euro auf 10,40 Euro zu kürzen. „Das wären rund 30 Prozent weniger. Sowohl die Jugendarbeit, der Offene Treff als auch der Streetworkbereich wären von den Kürzungen betroffen“, sagt Andreas Pohle vom Jugenclub Neue Welle in der Weststraße. Der Club sei der einzige in Schkeuditz in freier Trägerschaft. Träger ist der Caritasverband Halle. Doch auch der Dölziger Jugendclub wird von einer Mitarbeiterin, die zum Schkeuditzer Team gehört, betreut. Ebenso der erst kurz vor Weihnachten neu eröffnete Jugendclub vor der Glesiener Turnhalle. „Wir sehen konkrete Projekte in der Jugendarbeit bedroht“, sagt Pohle. Er sieht die Gefahr, die auch der Facharbeitskreis für Kinder- und Jugendarbeit Nordsachsen befürchtet: Wenn Gelder vom Freistaat wegfallen, ziehe das weitere Kürzungen nach sich. So würden der cofinanzierende Landkreis, die Städte, die Gemeinden ebenfalls finanzielle Mittel streichen. „Das ist nicht hinnehmbar“, sagt Pohle und spricht von einer Katastrophe. Schon jetzt wären die Kapazitäten voll ausgeschöpft. Deshalb ist für morgen eine Protestveranstaltung geplant. „Von 14 bis 18 Uhr werden wir uns vor dem Rathaus postieren“, sagt Pohle. Hierfür habe die Stadt kurzfristig die Genehmigung erteilt. „Eine brennende Tonne dürfen wir aber nicht aufstellen“, sagt der Streetworker. Sie sollte auch optisch die prekäre Situation unterstreichen, in der sich die Jugendarbeit befände. Mit Transparenten, Spruchbändern wollen die Jugendarbeiter an einem aufgestellten Pavillon Unterschriften gegen die Landes-Planungen sammeln. Zu morgigen Protest-Aktionen hatte der Facharbeitskreis, dem Pohle angehört, aufgerufen. Und so bleiben morgen Jugendeinrichtungen in Nordsachsen geschlossen, geplante Ferienaktionen werden abgesagt. „Die Leidtragenden ist letztendlich die Zielgruppe unserer Arbeit“, heißt es in einer Mitteilung des Facharbeitskreises. Dieser fordert, von den Sparplänen Abstand zu nehmen und eine verlässliche Finanzierung der Jugendarbeit zu gewährleisten.

Roland Heinrich

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