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Schkeuditz Katastrophenpolitik in der Art Kapella
Region Schkeuditz Katastrophenpolitik in der Art Kapella
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16:14 11.01.2010
Kornelia Richter, Joachim Vickleder, Karikaturist Uwe Moosdorf und Jürgen Friedrich (von links) treffen sich in der Schkeuditzer Art Kapella am Stehtisch, um nach der Ausstellungseröffnung über einige der Karikaturen zu diskutieren. Quelle: Heiko Trebs
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Schkeuditz

n.“ – So fasste der estnische Karikaturist Heinz Valk schon 1982 seine Berufung als verantwortungsvoller Künstler in seinem Buch „Ein MANN weiß, was ER will“ zusammen. Wie der in der Art Kapella Schkeuditz gezeigte Querschnitt auch seiner Arbeiten beweist, bietet der politische, kulturelle und ökonomische Alltag unentwegt Stoff, um überraschend und mit einem lachenden und weinenden Auge aufgespießt zu werden. Und in besonderen Zeiten, wenn die Titanic ins Schlingern gerät und zu sinken beginnt, wenn die Wogen der Krise hochgehen und der ganz normale Wahnsinn über unseren Köpfen zusammenschlägt, dann erwacht wieder der Volkswitz der Vorwendezeit und treibt neue intelligente Blüten. Auch der bekannte Leipziger Karikaturist Uwe Moosdorf steht wieder wie schon einmal auf der Brücke der Titanic und kommentiert das schräg gegen den Sturm andudelnde Panikorchester. Erstaunliche und äußerst vergnügliche Einblicke und Aha-Erlebnisse erwarten so die Besucher der Karikaturenausstellung, die am Sonntag mit viel Esprit in der Art Kapella Schkeuditz eröffnet wurde. Der Kurator und Laudator Gerd W. Fiedler und das Duo Alexander Matthias und André Bautzmann vom Jugendensemble der Pfeffermühle warfen sich gekonnt die Bälle zu, um ihrerseits mit scharfsinnigem Wortwitz dem gemeingefährlich geschäftstüchtigen Sein hinter dem sich harmlos gebenden Schein hinterher zu spüren.Während Heinz Valk uns schon in den 1980er-Jahren zeigte, dass Ost wie West mit einem riesigen ideologischen Geweih rumliefen und die Friedenstauben auf den Knüppeln thronten, mit denen wir unentwegt noch heute aufeinander einschlagen, befasst sich Uwe Moosdorf mit den „guten“ Seiten der aktuellen Katastrophenpolitik. Jeder Schaden hat seinen Nutzen – in jeder Krankheit lauert das Geschäft der Gesundheitsindustrie und bei jedem Flugzeugabsturz klingeln unter anderem auch die Kassen der Bestatter wie noch nie. Unsere Welt ist also sehr sinnreich eingerichtet – Moosdorf und Valk zeigen uns, dass mit der rechten Bürokratie noch jedes Problem zu meistern ist. Man muss nur genau hinschauen.Deshalb stellt sich Uwe Moosdorf am 13.1. ab 19.15 Uhr im Rahmen des Kunstkreises der Art Kapella Schkeuditz noch einmal der Diskussion mit interessierten Besuchern der Ausstellung. Außerdem zeigt Gerd W. Fiedler noch andere Arbeiten von Valk und stellt dessen höchst amüsantes Buch vor.

Kornelia Richter

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