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Schkeuditz Katastrophenvoralarm aufgehoben
Region Schkeuditz Katastrophenvoralarm aufgehoben
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16:50 19.05.2015
Aufräumen: Mario Freitag kehrt das Wasser aus der Domholzschänke. Quelle: Michael Strohmeyer
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Schkeuditz/Taucha

Auch in der Schkeuditzer Aue sinkt der Durchfluss der Wassermassen. Noch ist die Domholzschänke aber umflutet.

"Ich bin etwas verbittert, dass das Nahle-Wehr immer noch nicht geschlossen ist. Das aus Leipzig strömende Wasser ist zwar weniger geworden, fließt aber weiterhin noch 20 Zentimeter hoch ums Haus. Jetzt bleibt das Wehr offen, um Halle zu schützen, heißt es. Aber aus Leipzig kümmert sich niemand um uns, erkundigt sich keiner nach der Lage oder fragt, wie es uns geht, ob wir etwas brauchen", machte gestern Vormittag Mario Freitag seinem Ärger Luft. Der Wirtshaus-Betreiber hat inzwischen das Wasser aus dem beliebten Ausflugslokal rausbekommen. Gemeinsam mit Lebensgefährtin Silke Swillis wurden die Gasträume geputzt. Das soll möglichst auch bald außen geschehen. "Wir wollen so schnell wie möglich durchstarten, bald auch wieder öffnen. Die Stadtwerke Schkeuditz stellen uns mit Bautrockner zur Verfügung, eine Schkeuditzer Firma stellt Reinigungsgeräte bereit. Auch die Stadt und die Feuerwehr haben uns sehr geholfen", ist Freitag dankbar für die seiner Familie entgegengebrachte Hilfsbereitschaft.

Wie die Stadtverwaltung Schkeuditz in ihrer täglichen Pressemitteilung zur Hochwasserlage in der Stadt gestern mitteilte, wurde am Mittwoch um 19 Uhr der Katastrophenvoralarm aufgehoben. Der Katastrophenstab der Stadt soll allerdings vorerst bestehen bleiben. Aufgrund der Situation an den Luppe-Deichen bleibe trotz des gefallenen Luppe-Pegels unter vier Meter die Alarmstufe 4 bestehen. "Es wird noch einmal darauf hingewiesen, dass das begehen der Dämme lebensgefährlich bleibt und verboten ist", heißt es in der Mitteilung. Auch würden die Deichkontrollen an der Luppe und am Polder vorerst aufrecht erhalten. Zudem seien in Kleinliebenau Gräben kontrolliert und daraus Abfälle beseitigt worden. Für den gestrigen Abend wurde die Schließung des Nahle-Auslassbauwerkes erwartet. "Die Stadt Schkeuditz geht davon aus, dass das Wasser im Polder noch so lange verbleibt, bis die Saale wieder aufnahmefähig ist", heißt es abschließend in der Information.

Aussagen darüber, wie lange in etwa noch die Bundesstraße 186 gesperrt bleiben muss, konnten gestern noch nicht getroffen werden. "Gesperrt hat die Straße das Landesamt Straßenbau und Verkehr, das LASuV in Leipzig. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass unmittelbar nach dem Verschwinden des Wassers die Straße wieder freigegeben wird", sagte der Schkeuditzer Stadtsprecher Helge Fischer. Hintergrund: Das LASuV nutzt die verkehrsfreie Zeit an der sonst viel befahrenen Trasse aus, um Schäden am Straßenbelag zu beseitigen. So konnte beobachtet werden, wie, in der Mühlstraße beginnend, Löcher geflickt wurden. Eine offizielle Bestätigung der Arbeiten war vom LASuV gestern nicht zu erhalten. Wohl aber wird auch an den Stellen, die momentan noch vom Hochwasser bedeckt sind, nach deren Trocknung weiter saniert.

Die Parthe in Taucha zieht sich allmählich in ihr Flussbett zurück. Punkt 14 Uhr zeigte gestern der Pegel in Thekla wieder einen Wert unter zwei Metern an, so dass die Hochwasser-Alarmstufe von 3 auf 2 herabgesetzt werden konnte. Bis morgens 4 Uhr wurde noch der höchste Wert von 2,04 Meter gemessen. "Zwischen 2,05 bis 2,10 Meter an der Parthe wird es nach unseren Erfahrungen an einigen Stellen auch in Taucha kritisch. Betroffen wären dann zum Beispiel das Pumpenhaus im Bad oder Grundstücke in Cradefeld und Seegeritz", sagte gestern Vormittag Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD). Da deutete sich schon der Rückgang des Pegels an. "Wir werden die Entwicklung aber weiter überwachen und uns die Fußgänger-Brücken erst genau anschauen, ehe wir deren Sperrung aufheben. Insgesamt war die Parthe in Taucha unproblematisch", blickte das Stadtoberhaupt auf die letzten Tage zurück.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.06.2013

Olaf Barth / Roland Heinrich

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