Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 9 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
"Kinderbewahranstalt" wird 170

"Kinderbewahranstalt" wird 170

Noch einen Monat, dann jährt sich die Eröffnung des Kindergartens in der Anstaltsgasse zum 170. Mal. Am 1. März 1844 nämlich wurde das Gebäude als Kinderbewahranstalt in Betrieb genommen und gilt als die älteste Einrichtung dieser Art in Sachsen.

Voriger Artikel
Jugendliche liefern sich heiße Debatten
Nächster Artikel
Czupalla: "Standort braucht auch künftig Perspektive"

Gruppenbild aus den Anfangszeiten der 1844 in Schkeuditz eröffneten ersten Kinderbewahranstalt. Am 1. März wird die Einrichtung in der Anstaltsgasse 170 Jahre alt. Heute bietet der St Albanus Kindergarten 33 Kindern einen Betreuungsplatz. Repro: Roland Heinrich

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Jetzt hat das Stadtmuseum eine Dokumenten-Abschrift erworben, in der Friedrich Wilhelm IV, König von Preußen, die Genehmigung für den Betrieb erteilt.

Dem einstigen Mühlenbesitzer Pudor in Wehlitz ist es wohl zu verdanken, dass Schkeuditz bereits 1844 eine sogenannte Kinderbewahranstalt eröffnen konnte. Zum einen hat dieser nämlich nicht unerheblich Geld gegeben und in eine entsprechende Stiftung fließen lassen, erzählte Stadtmuseumsleiter Hans Neubert. "Auch haben die Eheleute Pudor den Antrag auf die Genehmigung zum Betreiben einer Kinderbewahranstalt gestellt", sagte er.

Jetzt ist in diesem Zusammenhang ein neues Dokument in das Stadtmuseum eingezogen: "Es ist die Abschrift der Genehmigungs-Urkunde von Friedrich Wilhelm", sagte Neubert. Das am 30. Mai 1883 vom Preußen-König unterzeichnete Dokument ist die Reaktion auf einen Antrag vom 6. Mai gleichen Jahres. "Ich will [...] die Errichtung einer Kleinkinder-Bewahr-Anstalt in Schkeuditz [...] landesherrlich genehmigen", heißt es auf dem in Potsdam-Sanssouci unterzeichneten Dokument.

"Ein Sammler hatte sich Ende des Jahres an das Museum gewandt und bot die Abschrift zum Kauf an", erklärte Neubert das Zustandekommen des Geschäftes. Die Zeit, selbst bei Online-Plattformen im Internet nach derartigen Schriftstücken zu suchen, habe er nicht. Das wüssten aber auch die Sammler und meldeten sich von selbst, meinte der Museumsleiter.

"Die Wehlitzer Mühle muss einiges an Geld eingebracht haben", meinte Neubert. Denn schon Pudors Vorgänger, der Mühlenbesitzer Michael Hemme, hat sich während der Leipziger Völkerschlacht als wahrer Humanist erwiesen, meinte Klaus Matzke, Vorsitzender des Museums- und Geschichtsvereins in Schkeuditz. Hemme sei für die Versorgung der Lazarette mit Lebensmitteln zuständig gewesen und habe später eine Auszeichnung des russischen Zaren erhalten. "In den 1820er Jahren ist Hemme gestorben. Dessen Witwe heiratete später dann Pudor", klärte Neubert auf.

Und auch Pudor, dessen Vorname unbekannt ist, gab Geld für die Allgemeinheit aus: 1837 ließ er vom Dresdner Architekten und Maler Woldemar Hermann die Stadtkirche St. Albani auf eigene Kosten restaurieren. Zum Andenken an seine am 24. Oktober 1841 verstorbene Frau Johanna Dorothea stiftete der Advokat Pudor die Kleinkinderbewahranstalt. Heute befindet sich die heutige Kindertagesstätte "St. Albanus" in Trägerschaft der Diakonie und bietet 33 Kindern einen Betreuungsplatz.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.02.2014
Roland Heinrich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Schkeuditz
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr