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Schkeuditz "Kinderbewahranstalt" wird 170
Region Schkeuditz "Kinderbewahranstalt" wird 170
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14:41 19.05.2015
Gruppenbild aus den Anfangszeiten der 1844 in Schkeuditz eröffneten ersten Kinderbewahranstalt. Am 1. März wird die Einrichtung in der Anstaltsgasse 170 Jahre alt. Heute bietet der St Albanus Kindergarten 33 Kindern einen Betreuungsplatz. Repro: Roland Heinrich Quelle: Roland Heinrich

Jetzt hat das Stadtmuseum eine Dokumenten-Abschrift erworben, in der Friedrich Wilhelm IV, König von Preußen, die Genehmigung für den Betrieb erteilt.

Dem einstigen Mühlenbesitzer Pudor in Wehlitz ist es wohl zu verdanken, dass Schkeuditz bereits 1844 eine sogenannte Kinderbewahranstalt eröffnen konnte. Zum einen hat dieser nämlich nicht unerheblich Geld gegeben und in eine entsprechende Stiftung fließen lassen, erzählte Stadtmuseumsleiter Hans Neubert. "Auch haben die Eheleute Pudor den Antrag auf die Genehmigung zum Betreiben einer Kinderbewahranstalt gestellt", sagte er.

Jetzt ist in diesem Zusammenhang ein neues Dokument in das Stadtmuseum eingezogen: "Es ist die Abschrift der Genehmigungs-Urkunde von Friedrich Wilhelm", sagte Neubert. Das am 30. Mai 1883 vom Preußen-König unterzeichnete Dokument ist die Reaktion auf einen Antrag vom 6. Mai gleichen Jahres. "Ich will [...] die Errichtung einer Kleinkinder-Bewahr-Anstalt in Schkeuditz [...] landesherrlich genehmigen", heißt es auf dem in Potsdam-Sanssouci unterzeichneten Dokument.

"Ein Sammler hatte sich Ende des Jahres an das Museum gewandt und bot die Abschrift zum Kauf an", erklärte Neubert das Zustandekommen des Geschäftes. Die Zeit, selbst bei Online-Plattformen im Internet nach derartigen Schriftstücken zu suchen, habe er nicht. Das wüssten aber auch die Sammler und meldeten sich von selbst, meinte der Museumsleiter.

"Die Wehlitzer Mühle muss einiges an Geld eingebracht haben", meinte Neubert. Denn schon Pudors Vorgänger, der Mühlenbesitzer Michael Hemme, hat sich während der Leipziger Völkerschlacht als wahrer Humanist erwiesen, meinte Klaus Matzke, Vorsitzender des Museums- und Geschichtsvereins in Schkeuditz. Hemme sei für die Versorgung der Lazarette mit Lebensmitteln zuständig gewesen und habe später eine Auszeichnung des russischen Zaren erhalten. "In den 1820er Jahren ist Hemme gestorben. Dessen Witwe heiratete später dann Pudor", klärte Neubert auf.

Und auch Pudor, dessen Vorname unbekannt ist, gab Geld für die Allgemeinheit aus: 1837 ließ er vom Dresdner Architekten und Maler Woldemar Hermann die Stadtkirche St. Albani auf eigene Kosten restaurieren. Zum Andenken an seine am 24. Oktober 1841 verstorbene Frau Johanna Dorothea stiftete der Advokat Pudor die Kleinkinderbewahranstalt. Heute befindet sich die heutige Kindertagesstätte "St. Albanus" in Trägerschaft der Diakonie und bietet 33 Kindern einen Betreuungsplatz.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.02.2014
Roland Heinrich

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