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Kirche oder Trauerhalle? - Jetzt sind die Meinungen der Glesiener gefragt

Kirche oder Trauerhalle? - Jetzt sind die Meinungen der Glesiener gefragt

Ein nicht ganz einfaches Thema stand am Montagabend auf der Tagesordnung des Glesiener Ortschaftsrates: Wie weiter mit der sanierungsbedürftigen Trauerhalle? Anlass für diese Überlegung ist die anstehende turnusmäßige Kostenkalkulation für Friedhöfe seitens der Stadtverwaltung.

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Wie weiter mit der Trauerhalle (hinten) in Glesien? Weltliche Feiern können auch in der Kirche stattfinden.

Quelle: Olaf Barth

Glesien. Denn für den Zeitraum 2016 bis 2020 muss eine neue Gebührentabelle erarbeitet werden. Die Stadtverwaltung will nun von den Glesienern wissen, inwieweit an der Trauerhalle überhaupt noch festgehalten werden soll. Auch deren Abriss ist offensichtlich durchaus eine Option.

Ortsvorsteherin Ute Mähnert (Freie Wähler) betonte, dass an dem Abend noch keine Entscheidung getroffen werden muss, sondern es lediglich um eine erste Meinungsfindung geht. So habe es in letzter Zeit weltliche Trauerfeiern auch in der Kirche des Ortes gegeben. Wäre dies ein zunehmender Trend, würden die Kosten für die verbleibenden Feiern in der Halle steigen. Derzeit sind jeweils 30 Euro zu zahlen. Bleibt die Zahl der jährlich im Schnitt rund 15 weltlichen Trauerfeiern in der Halle konstant, würden sich die Gebühren aber ebenfalls erhöhen. Denn für die Sanierung der Halle müsse Geld investiert werden, zumal Glesiener sich am Eingang der Halle auch ein Dach wünschen, damit bei größeren Trauerfeiern die draußen stehenden Gäste nicht nass werden, wenn es regnet.

Eine dritte Variante wäre, so Mähnert, dass künftig alle Trauerfeiern in der Kirche stattfinden und die Halle aufgegeben wird. Vorausgesetzt, die Kirchgemeinde stimmt verbindlich dieser Variante zu. Aber auch das wäre für weltliche Beerdigungen mit höheren Kosten verbunden. Denn wie Ortschaftsrat Lothar Braunsdorf (CDU), der selbst aktiv in der Kirchengemeinde tätig ist, sagte, würde die Kirche derzeit 300 Euro für die Trauerfeier verlangen. "Kirchenmitglieder zahlen ihr Leben lang Kirchensteuer, andere wollen dann einmal in die Kirche, und das möglichst kostengünstig, das geht so nicht", begründete er die hohe Summe. Wer diese nicht zahlen will, müsste bei dieser Variante dann die Trauerhalle in Schkeuditz nutzen, ehe danach in Glesien die Beerdigung stattfindet. Ein Szenario, das gleich wieder verworfen wurde.

"Der Anteil der Kirchengemeindemitglieder an der Bevölkerung liegt vielleicht bei zehn Prozent. Wir können die Bürger nicht zu Trauerfeiern in die Kirche zwingen, zu diesem horrenden Preis", sagte Manfred Putzke (CDU) und plädierte für die Sanierung der Trauerhalle. Der Bedarf sei da. Auch Gerhard Lindner (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, die Halle in Ordnung zu bringen. Rayk Bergner (CDU) hätte vor einer Positionierung zum Thema lieber zuerst eine Kalkulation über mögliche Kosten gehabt und sagte: "Wir haben kein Problem damit, weltliche Beerdigungen in der Kirche durchzuführen, aber das wird nicht jeder wollen. Deshalb sollte man die Trauerhalle als Alternative belassen." Mähnert hofft nun auf viele Wortmeldungen aus der Bevölkerung.

Meinungen zur Nutzung oder Nichtnutzung der Trauerhalle Glesien können an die Ortsvorsteherin, an die Ortschaftsräte sowie in Leserbriefen an die LVZ kundgetan werden: schkeuditz@lvz.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.03.2015
Olaf Barth

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