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Kirchturm steht auf nassen Füßen

Kirchturm steht auf nassen Füßen

Nicht lange ist es her, dass der Kultur- und Pilgerverein verkündete, die Sanierung der Rittergutskirche in Kleinliebenau abgeschlossen zu haben. Jetzt heißt es für den Verein erneut, auf Spenden und Unterstützer zu hoffen.

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Schadstellen-Besichtigung: Feuchtigkeit steigt im Mauerwerk nach oben und beschädigt Putz und Farbanstrich. Jetzt soll saniert werden.

Quelle: Michael Strohmeyer

Kleinliebenau. Der Kirchturm nämlich steht auf nassen Füßen. "Bei einem alten Gebäude, wie es die Pilgerkirche ja ist, entdeckt man immer wieder Mängel, die man vorher nicht gesehen hat. Jetzt haben wir feststellen müssen, das aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk den neuen Putz und den Farbanstrich in Mitleidenschaft gezogen hat", sagte der Vereinsvorsitzende Henrik Mroska.

Die Vereinsmitglieder hatten sich schnell entschieden, gegen diese Schäden vorzugehen und riefen ihren neuen Bauleiter Ulrich Kaufmann vor Ort. Gemeinsam mit dem 62-Jährigen begutachteten sie die Schadstellen. Unter fachmännischen Blick und mit Schaufel, Zollstock, Stift und Block ausgestattet berieten die Vereinsmitglieder Ernestine und Siegfried Adaschkiewitz, Heike Sichting, Erhard Zeinert und Henrik Mroska die Herangehensweise.

Der neue Bauleiter schlug das sogenannte Mauer-Säge-Verfahren vor. Bei jener Vorgehensweise wird das Mauerwerk in einer Fuge in Abschnitten aufgeschnitten und es werden Polyethylen- oder Kunststoffplatten eingelegt. Anschließend werden die Platten im Schnitt verkeilt und die Schnitte wieder verputzt, erklärte Kaufmann. Durch die mechanische Sperre wird die Feuchtigkeit langfristig daran gehindert, im Mauerwerk aufzusteigen.

"Aufwand und Kosten sind bei der Realisierung dieser Trockenlegung natürlich sehr wichtig", sprach Mroska für den Verein. "Einen Förderantrag haben wir aber schon beim Landkreis und bei der Stadt Schkeuditz gestellt", ergänzte er. Die Kosten für die etwa 20 Meter lange Sockeltrockenlegung am Kirchturm werden sich auf rund 15 000 Euro belaufen, schätzte er. Davon müsse der Pilgerverein bei einer Förderung einen Eigenanteil von etwa 8000 Euro selber tragen. "Dass wir die Trockenlegung nicht komplett aus Eigenmitteln finanzieren können, ist klar. Wir hoffen jetzt erneut auf die schon bewährte große Unterstützung unserer Besucher, Sponsoren und Freunde unseres Vereins", gab sich Mroska gewohnt optimistisch.

Um potenzielle Unterstützer zu animieren, hat sich der Kultur- und Pilgerverein schon in der Vergangenheit einiges einfallen lassen. So ist in einer Kooperation mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig eine Serie von Grafiken entstanden, die als Dank für eine Unterstützung über den Vereinschef ausgereicht werden. Auch zu den meist kostenlosen Kulturveranstaltungen wird um eine angemessene Spende gebeten. Jakobsmuschel, das Zeichen des an der Kirche vorbeiführenden Pilgerwegs, können genauso erstanden werden wie Pilgerwein sowie Weißwein aus Jessen und Naumburg. Die nächste Gelegenheit zu einer Vor-Ort-Spende gibt es zum Reformationstag am kommenden Donnerstag.

 

 

www.kulturpilger.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.10.2013
mey, rohe

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