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Schkeuditz Klang-Erfinder serviert Ton-Duschen
Region Schkeuditz Klang-Erfinder serviert Ton-Duschen
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00:26 29.07.2015
Erwin Stache deponiert kleine Automaten im Art-Kapella-Flügel. Sie sollen in einem Instrumentenmuseum Saiten zum Klingen bringen. Quelle: Roland Heinrich
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Schkeuditz

Ein genaues Bild vom Projekt hat er indes noch nicht, gibt der 1960 bei Aue geborene Stache zu.

Zu einem Gesprächskonzert mit Stache hatte der Art-Kapella-Verein am gestrigen Nachmittag geladen. Anlass war das Ende der Ausstellung "Quelle für Motiv und Fuge", die den Dialog zwischen der Musik und der Bildenden Kunst zum Inhalt hatte und bei der auch Stache Objekte präsentierte. So war das Waschmaschinenprogrammscheibenorchester ein Gegenstück zum Cage-Projekt in Halberstadt: Während letzteres auf Langsamkeit angelegt ist, mussten die Programmscheiben der Waschmaschinen um einiges schneller laufen, um den gewollten Effekt zu erziehlen. "Die Programmscheiben drehten sich normalerweise zwei Stunden, um einmal komplett rotiert zu sein", sagte der studierte Musiker. Kurz nach der Wende habe Stache sich die Module aus alten Waschmaschinen ausbauen lassen. "Tatsächlich sind die Programme in den Jahren immer wieder verändert worden. Wahrscheinlich um die sozialistische Wäsche noch sauberer zu machen", meinte Stache scherzhaft. Mit wesentlich höherer Geschwindigkeit gedreht geben die Apparaturen dadurch auch unterschiedliche Tonfolgen von sich.

Installationen und Bilder waren in der Art-Kapella-Galerie aber auch von Wolfgang Heisig, Knut Müller, Steffen Mück, Peter Sylvester, Friederike Warneke, Susanne Werdin und Simone Zeidler zu sehen. Die Auswahl zur vom Kulturraum Leipziger Raum und von der Kunststiftung Sachsen geförderten Exhibition hatte Knut Müller getroffen. "Es freut uns, dass durch die Förderung solche Projekte auch in Schkeuditz machbar sind", sagte Petra Kießling vom Verein.

Was beim gestrigen Gesprächskonzert auf die gut 30 Zuhörer niederplätscherte, tropfte oder sich über ihnen ergoss, war eine nicht oft zu hörende Ton-Dusche: Metallrohre, die auf einem Notenpult angebracht durch Berührung elektronische Laute von sich gaben, eine Apparatur, die Staches Gesten beim Pianospiel vertonte oder Bewegungssensoren, die an flexiblen Stäben angebracht in Aktion die verschiedensten Töne produzierten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.07.2015
Roland Heinrich

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