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Kleinliebenau freut sich über „Gräfin von Paris“

Baumpflanzung zum Erntedankfest Kleinliebenau freut sich über „Gräfin von Paris“

Neben der Kleinliebenauer Rittergutskirche steht jetzt ein „hochwohlgeborenen“ Bäumchen. Dem Namen nach hat es adlige französische Wurzeln und soll später reichlich Früchte tragen. Das wünschten sich die Teilnehmer des Erntedankgottesdienstes in Kleinliebenau.

Thomas Penndorf, Ralf Kuhnke, Claudia Mühmel und Henrik Mroska (von rechts) pflanzen an der Kirche zum Erntedankfest einen Birnenbaum.

Quelle: Michael Strohmeyer

Kleinliebenau. In diesem Jahr galt das Erntedankfest in und an der Kleinliebenauer Rittergutskirche noch nicht dem Ertrag des Birnenbaumes, der jetzt neben die Kirche gepflanzt wurde. Dass das „hochwohlgeborene“ Bäumchen später aber reichlich Früchte tragen mag, das wünschten sich alle, die an dem Festgottesdienst teilgenommen hatten.

„Es ist eine gute Idee, den Erntedankgottesdienst mit der Baumpflanzung zu verbinden. Mensch und Natur sind eine Einheit, ohne die es nicht geht“, sagte Pfarrer Michael Gänz und erteilte der Aktion seinen Segen. So wie er verfolgten viele Besucher diese besondere Pflanzung, die mit Liedern des Pilgerchores begleitet wurde. Als besonders kann das Aufstellen der achtjährigen Birne deshalb bezeichnet werden, weil hier der Kultur- und Pilgerverein Kleinliebenau gemeinsam mit dem Thüringer Verein „Lebensgut Cobstädt“ agierte.

Die Mitglieder dieses Vereins haben es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, 1000 Obstbäume entlang des Jakobsweges zu pflanzen. Aus diesem Grund waren sie mit den Kleinliebenauern in Kontakt getreten. Der Ort liegt ja nicht nur an einem Teil des Jakobsweges, vielmehr finden Pilger hier auch ein Quartier neben der Kirche. Über 200 Gäste aus dem In- und Ausland haben hier bereits genächtigt.

Der Thüringer Vereinsvorsitzende Thomas Penndorf aus dem Landkreis Gotha stieß mit seiner Bitte bei den Kleinliebenauern auf offene Ohren. Matthias Caffier vom Kultur- und Pilgerverein stimmte den Termin ab und sorgte so für den würdigen Rahmen für das Anliegen. Denn am Ende soll am Jakobsweg ein „Thüringer Obstraritätenpfad“ entstanden sein, der Kleinliebenauer Baum ist nun ein Teil davon. Dass es sich dabei um einen Birnenbaum handelt, ist dem Wunsch der Kleinliebenauer geschuldet. Penndorf war es recht, solange eine maßgebliche Bedingung erfüllt bleibt: Es muss sich um eine der alten, im normalen Handel fast nicht mehr erhältlichen Obstsorten handeln. Und so kam es, dass er den Kleinliebenauern die Birnensorte „Gräfin von Paris“ mitbrachte. Anlässlich ihres nunmehr 250. Baumes, den die Cobstädter in Kleinliebenau in die Erde brachten, ist das ein angemessen würdiger Name für das Obstgehölz neben der Rittergutskirche.

Ehe aus den künftigen Früchten mal ein leckerer Obstkuchen oder ein Obstler werden kann, galt es, das Bäumchen nach dem Anpflanzen erst einmal ordentlich anzugießen. Mitglieder beider Vereine legten gemeinsam Hand an. Bei der Abreise nach Thüringen wussten Penndorf und seine Begleiter, dass das Bäumchen in gute Hände gekommen ist. Der Kleinliebenauer Vereinsvorsitzende Henrik Mroska sagte für den Verein zu, für acht Jahre die Baumpatenschaft zu übernehmen. Wenn Vereinsmitglieder in der Lage sind, mit viel Kraft und Engagement eine ganze Kirche wieder auf Vordermann zu bringen, dann ist absehbar, dass es diesem Bäumchen nie an etwas fehlen wird.

Bei all der Freude wurde nicht vergessen, anlässlich des Erntedankfestes an jene zu erinnern, die Hunger leiden. Auch deshalb sei die zum Teil vorherrschende Verschwendung von Nahrungsmitteln in hiesigen Breiten zu verurteilen. Dankbar wurde aber auch an die Arbeit derer gedacht, die für reichlich Obst- und Feldfrüchte sorgen – umrahmt vom festlichen Gesang des Pilgerchores.

Von Michael Strohmeyer

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