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Schkeuditz Knallerei vertreibt Störche
Region Schkeuditz Knallerei vertreibt Störche
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10:00 14.05.2011
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Schkeuditz

Doch Wetterkapriolen und menschliche Unvernunft könnten die Brut gefährden.

Mit Stativ und Fernrohr steht Manfred Seifert auf dem Fußweg an der viel befahrenen Mühlstraße und beobachtet ein Storchennest. Der Horst befindet sich auf einem alten Schornstein, nur der Kopf eines Tieres ist zu sehen. „Ich warte auf die Ablösung dort oben, dann stehen beide Vögel und ich kann vielleicht die Nummer des Ringes erkennen“, erklärt der 68-Jährige. Das „H“ für Vogelwarte Hiddensee habe er schon ausmachen können, der Rest allerdings bleibt am Ende wegen Verschmutzung unleserlich. „Schade, aber allein, dass hier wieder so viele Störche brüten, ist schon schön. Schkeuditz ist die storchenreichste Stadt im Leipziger Umland“, sagt der 68-Jährige. Dabei ist der Horst in Modelwitz diesmal gar nicht besetzt. Doch außer an der Mühlstraße können die langbeinigen Vögel derzeit auch in Wehlitz, in Dölzig und in Kleinliebenau beobachtet werden. Auch im nahen Lützschena sind Störche aktiv.

Allerdings droht Meister Adebar und seinem Nachwuchs Ungemach. Nicht nur wegen möglicher Wetterkapriolen. So hätten voriges Jahr wegen eines nasskalten Mai-Tages mit Temperaturen um nur 6 Grad Celsius nicht alle Jungtiere überlebt. Doch auch Menschen können zu einer Gefahr werden. „In Kleinliebenau wurden letztes Jahr zum Beispiel Elterntiere mit illegaler Knallerei vertrieben und hinterließen zwei unausgebrütete Eier. Heute müssen manche Leute ja zu jeder Familienfeier Silvester-Böller los lassen. Doch das ist verboten“, mahnt der Hobby-Storchenbeobachter. Auch Behörden warnen vor solchen unangemeldeten Feuerwerken. Selbst kleinere könnten während der Brut- und Aufzuchtzeit in Nähe der Horste Schaden anrichten. Fliegen die Alttiere davon, kühlen die Eier aus oder bereits geschlüpfter Nachwuchs wird Opfer von Raubvögeln. In Sachsen würden derzeit rund 400 Horstpaare leben, die es unbedingt zu schützen gelte, heißt es in einer amtlichen Mitteilung. Schließlich spiele der Weißstorch in der regionalen Kultur eine große Rolle. Bis zu 50 000 Euro Strafe können fällig werden, wenn in der Brutzeit näher als einen halben Kilometer vom Horst entfernt ein Feuerwerk veranstaltet wird.

Seifert will eher nicht mit Strafen drohen, sondern setzt auf Vernunft und sanfte Überzeugung. Der ehrenamtliche Mitarbeiter der Lützschenaer Auwaldstation verteilt ein selbst gestaltetes Informationsblatt, mit dem er darum bittet, auf Feuerwerk und Knallkörper zu verzichten. Das erhöhe die Chance, sich Anfang Juni über das erfolgreiche Schlüpfen der Jungtiere freuen zu können.

Olaf Barth

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