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Schkeuditz Knapp 100 Sportler verlassen Dachverein TSG Schkeuditz
Region Schkeuditz Knapp 100 Sportler verlassen Dachverein TSG Schkeuditz
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14:21 19.09.2017
Die Gründungsmitglieder des LAC-Schkeuditz. Thomas Lindner (rechts) ist neuer Präsident. Quelle: privat
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Schkeuditz

Die Leichtathleten der Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Schkeuditz haben sich als eigenständiger Verein neu gegründet und verlassen zum Jahresende den Dachverein. Damit verliert der größte Verein in Schkeuditz rund 130 Mitglieder. Von den etwa 670 Aktiven in der TSG bleiben ab Januar noch 540 übrig. Schon im Mai hatte sich der Leichtathletikclub (LAC) Schkeuditz gegründet, mit dem Gang an die Öffentlichkeit aber bis nach der TSG-Vorstandswahl (die LVZ berichtete) gewartet.

„Das ist ein harter Schlag. Wir sind von der Vereinsgründung überrascht worden und wären froh gewesen, wenn wir vor den Gründungsabsichten mit den Leichtathleten ins Gespräch gekommen wären“, sagte der gerade im Amt des TSG-Vorsitzenden bestätigte Jörg Müller. Er sehe die Notwendigkeit der Vereinsgründung nicht, da jede Abteilung der TSG sich selbstständig entfalten und verwirklichen könne. „Aber jedes Mitglied ist frei in seiner Entscheidung, in welchem Verein es den Sport ausüben will“, ergänzte Müller.

„Wir haben mit offenen Karten gespielt. Gleich zwei Tage nach der Gründung im Mai haben wir die TSG und die Stadt informiert“, sagte Thomas Lindner. Der Präsident des neuen LAC Schkeuditz sei zum 1. September als Abteilungsleiter der TSG zurückgetreten – wegen Interessenkonflikten. Als hauptsächlichen Grund für die Vereinsgründung nennt Lindner das Bedürfnis, die Geschicke selbst in die Hand nehmen zu wollen. „Die Leichtathleten hatten trotz ihrer Mitgliederstärke nur einen Sitz im 14 köpfigen Vorstand. Der konnte Vorschläge aus unserer Abteilung etwa zur Verwendung von Geldern aber ohne Probleme überstimmen“, beschrieb der LAC-Präsident. Das demokratische Gefüge TSG sei in Schieflage geraten, ergänzte der LAC-Vize-Präsident Oliver Gossel.

Nun gebe es noch einiges zu klären: „Wir haben für unsere Sportler Hallenzeiten ab Januar angemeldet“, sagte Linder. Die Zeiten entsprächen denen der bisherigen TSG-Leichtathletik-Sektion. „Bisher haben wir noch kein grünes Licht, dass wir die Zeiten auch bekommen. Wenn das aber nicht klappen sollte, dann werden wir wohl mit mehr als 60 Kindern vor dem Rathaus stehen“, meinte der LAC-Präsident. Und dass es zumindest Diskussionen geben wird, zeichnet sich ab, da auch die TSG weiter Leichtathletik anbieten möchte. „Ich werde kein Kind nach Hause schicken, das Leichtathletik machen möchte“, äußerte Müller.

Einen weiteren Diskussionspunkt stellt das für die Leichtathleten angeschaffte Material dar. „Mit Unterstützung der Stadt sind Hürden, Speere, Diskusse gekauft worden. Wir haben natürlich Interesse, die Geräte auch zu bekommen“, erwähnte Lindner. Neben der Stadt hätte die Abteilung die Gerätschaften auch finanziert. Darüber müsse man reden

„Eine solche Situation ist auch für uns neu. Wir müssen jetzt beraten, wie wir damit umgehen. Vereinsinterna haben nichts in der Öffentlichkeit zu suchen“, meinte der TSG-Chef. Mit dem neuen Verein müssten nun Absprachen im Rahmen der geltenden Bestimmungen geführt werden.

Von Roland Heinrich

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