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Knut Müller setzt "Klangzeichen"

Knut Müller setzt "Klangzeichen"

Ganz im Sinne des Titels "Klangzeichen" wurde jetzt die Ausstellung mit Werken des bildenden Künstlers und Komponisten Knut Müller in der Art Kapella Schkeuditz eröffnet.

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Der Leipziger Maler Knut Müller diskutiert mit Besucherin Patricia Kolb in der Schkeuditzer Art Kapella vor einigen seiner Farbholzschnitte über die Arbeiten und Ausdrucksweisen.

Quelle: Michael Strohmeyer

Schkeuditz. Zahlreiche Kunst- und Musikfreunde waren gekommen. Steffen Schleiermacher am Klavier begeisterte die Gäste mit der Darbietung dem eigenen Stück "Lila". Im zweiten musikalischen Teil spielte er die Komposition "Ekhidna" für Klavier Solo von Knut Müller. "Ekhidna" (Schlange) wird in der griechischen Mythologie auch als Wesen mit nymphenhaftem Oberkörper und schlangenartigen Unterkörper beschrieben, welches den tötet, der sich ihr nähert. Es war wunderbar, wie der Pianist sich bei dieser einzigartigen Komposition, bei aller Freiheit der Interpretation, überzeugend in den Dienst des Komponisten stellte. So ergab sich eines jener besonderen Kunsterlebnisse, die begeistern und berühren.

Die Ausstellungsidee selbst steht für die Begegnung zwischen bildender Kunst und Musik in den bildnerischen Werken des Malers und Grafikers Knut Müller. Komponist und bildender Künstler - diese bewusste Entscheidung für beide Professionen ist kennzeichnend für dessen Leben und Werk. Er war schon sehr früh von seiner schöpferischen Kraft auf beiden Gebieten überzeugt. Müller studierte bis 1989 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Dietrich Burger und Arno Rink und war von 1991 bis 1993 Meisterschüler bei ihnen. Seit 1992 ist Schleiermacher sein Mentor für Komposition und Ende der 90er Jahre absolvierte er ein Zusatzstudium "Elektronische Musik" an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden.

Seine abstrakten Gemälde sind wie offene Räume. Sie könnten sich durchaus immer weiter ausdehnen und über den Rahmen hinaus wachsen. Zu erleben beispielsweise am Gemälde "Im Innersten", welches dem Komponisten und Essayisten Wolfgang Rihm gewidmet ist. Es scheint, als zeichne der Wind Wellen in Meer oder Felder, denn so bewegt sich das nuancierte Gelb über die gesamte Fläche des Bildes, und Zeichen verschmelzen mit der Flut der gelben Farbe. Bei den farbigen Holzschnitten geht Müller meist von der geometrischen Grundform des Kreises aus, die er variierend bearbeitet. Wie in der Musik legt er ein Motiv an, überdruckt und übermalt es, so dass immer ein anderes Bild entsteht. Er wechselt die Farbtöne und füllt punktierend oder Schwingungen abbildend die Form. Wie durch einen Ausschnitt schaut man immer wieder in ein anderes Universum.

Knut Müller selbst sagt über seine Arbeit: "Malerei und Musik: Übersetzung kann es in dem Sinne, wie es bei Sprachen der Fall ist, zwischen beiden Bereichen nicht geben. Ich trage einen Gedanken, den ich aus den Wahrnehmungen aus dem einen Gebiet gewonnen habe, in das andere Gebiet. Dann sehe ich wie er sich in der neuen Umgebung entwickelt und erfinde Techniken, mit denen ich das so entstandene weiter formen kann. Da ich so zwischen den Orten wandle, meine Perspektiven ändere, kann aus jedem Endpunkt auch wieder ein Ausgangspunkt werden."

Die Ausstellung ist noch bis zum Sonntag, den 14. September zu sehen. An dem Tag beginnt 14 Uhr die Finissage, bei der es auch ein Künstlergespräch mit Knut Müller geben wird. An diesem Wochenende können sich Besucher die Werke jeweils von 13 bis 17 Uhr anschauen oder dienstags, mittwochs und donnerstags ebenfalls 13 bis 17 Uhr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.08.2014
Petra Kießling

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