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Schkeuditz Können Stadtwerke Versorger in Schkeuditz bleiben?
Region Schkeuditz Können Stadtwerke Versorger in Schkeuditz bleiben?
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14:13 19.05.2015
Freie Fahrt für die Schkeuditzer Stadtwerke? Bei den jetzt ausgeschriebenen Konzessionen geht es für die Stadttochter ums Überleben. Quelle: Roland Heinrich

Groß feiern wollen die SWS aber nicht, verrät deren Geschäftsführer Ingolf Gutsche. Auch wenn für Kinder einiges geplant ist, treibt ihn eigentlich anderes als die Jubiläen um. Nämlich, ob die SWS auch weiterhin mit Energie für die Schkeuditzer da sein können.

Es geht um das Auslaufen bestehender Konzessionsverträge im Jahr 2017 und deren jetzige Neuausschreibung. Insgesamt vier Gebiete sind davon betroffen. Eines ist die Stadt Schkeuditz selbst, in der die Stadtwerke nahezu alle ihrer rund 12 000 Netzkunden besitzt. Kurz und knapp informierte Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) unlängst über einen Beschluss des Stadtrates, der in nichtöffentlicher Sitzung Ende Oktober gefasst worden war. Demnach sollte bis spätestens nächsten Monat das Vergabeverfahren für die Konzessionsverträge bekannt gemacht werden. Schon am 3. November vorigen Jahres ist das im Bundesanzeiger geschehen.

"In Glesien sind momentan die Stadtwerke Leipzig, in Dölzig die Envia und die Gasversorgung in Radefeld liegt bei der Mitgas, die ja mit der Envia zusammengehört", sagte Gutsche zu drei der ausgeschriebenen Gebiete. Alle drei Konzessionsverträge laufen zum 31. Dezember 2017 aus. Der vierte Vertrag für die Stromversorgung in der Kernstadt endet am 28. Februar 2017. An allen vier Ausschreibungen werden sich die Stadtwerke beteiligen. Während eine Niederlage in den Ortsteilen ärgerlich, aber zu verschmerzen wäre, wäre der Verlust der Stromversorgung in der Kernstadt fatal. "Da geht es um die Existenz des Unternehmens", hob Gutsche hervor.

Die Stadt ist laut Energiewirtschaftsgesetz verpflichtet, die Konzessionsverträge neu auszuschreiben. Dies ist europaweit erfolgt, teilte Oberbürgermeister Enke unlängst mit. Ebenfalls im Gesetz geregelt ist, dass die Laufzeit der Verträge höchstens 20 Jahre betragen darf. Für diese Laufzeit hat sich Schkeuditz auch entschieden: Alle vier Verträge sollen bis zum 31. Dezember 2037 laufen.

"Wenn wir Dölzig, Radefeld und Gle- sien gewinnen, kommen etwa 2500 bis 3000 neue Netzkunden dazu. Wir wären dann etwa bei 15 000 Kunden", sagte Gutsche. Personell sei das in der derzeitigen Besetzung zu schaffen. Spannender sei allerdings, wie die Netze selbst aussehen und wie viel investiert werden müsste. Radefeld sei da ein Negativ-Beispiel. 2010 hatten die SWS hier den Konzessionsvertrag für die Stromversorgung erworben, zwei Jahre später trat er in Kraft. "Wir haben ein Stromnetz übernommen, das nicht im besten Zustand war", formulierte es Gutsche vorsichtig. Rund 300 000 Euro sind seitdem in den Netzausbau geflossen. "Und weitere Investitionen stehen noch an", teilte der Geschäftsführer mit.

Das jetzige Vergabeverfahren indes läuft. Ein erster Schritt, nämlich die Interessenbekundung potenzieller Bieter, ist bereits beendet. Laut Ausschreibung sind qualifizierte Bieter in der letzten Woche zur Angebotsabgabe aufgefordert worden. Die müssen bis zum März abgegeben werden. Eine Entscheidung zur Vergabe falle im nächsten Jahr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.01.2015
Roland Heinrich

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