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Schkeuditz Kreisgrenze stoppt Ferienpass
Region Schkeuditz Kreisgrenze stoppt Ferienpass
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17:30 16.08.2011
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Schkeuditz

Allerdings nur in der Zone 110. Das mit angebotene Schkeuditzer Planetarium liegt aber außerhalb. Und das sorgt für einigen Ärger.

Seit 31 Jahren schon ist die Sternwarte Schkeuditz im Ferienpass Leipzig enthalten. Da es in Leipzig kein Astronomisches Zentrum gibt, müssen Kinder aus der Messestadt ein solches Bildungsangebot in Schkeuditz nutzen. Darüber freut sich auch Peter Schilling, der Leiter des Schkeuditzer Planetariums. Eigentlich. Leider sieht er aber auch eine große Hürde und kritisiert: „Viele Leipziger Kinder, die auch gerne in die Sternwarte Schkeuditz kommen würden, werden wegen der eingeschränkten Mobilitätskarte daran gehindert.“ Deshalb habe dieses Jahr zum Beispiel schon eine Hortgruppe mit 30 Kindern den geplanten Besuch in der Sternwarte wieder absagen müssen. Das bedauert auch Angela Limpert, Hortleiterin der Sächsischen Landesschule „Samuel-Heinicke“ für Hörgeschädigte in Leipzig: „Für unsere Schule ist es einfach zu kostenintensiv, die Fahrt für 30 Kinder in die Sternwarte Schkeuditz zu bezahlen. Wenn die Fahrt nächstes Jahr ermöglicht werden würde, wäre das wirklich schön.“

Bisher wird pro Kind mit dem Passieren der Stadtgrenze in die neue Tarifzone noch einmal ein Extra-Euro fällig. Für Schilling ist es unverständlich, dass der Ferienpass nicht auch als Ticket bis Schkeuditz gelten darf, sondern der Besuch seines Hauses zusätzliche Kosten verursachen soll. „Davon sind sicher auch Kinder aus sozial schwächeren Familien betroffen, die wegen der Kosten unser Angebot eben nicht annehmen können“, bedauert er und wünscht sich für die Zukunft eine bessere Regelung.

Johanna Gerber, die im Jugendamt Leipzig für die Ferienpässe zuständig ist, sagt dazu: „Vor fünf oder sechs Jahren haben wir mal telefonisch an die Stadt Schkeuditz eine Anfrage für eine Zusammenarbeit gestellt, die kam dann aber nicht zustande.“ Auf die Nachfrage, weshalb sie im Interesse der Kinder dieses Jahr nicht noch einmal nachgefragt habe, antwortet sie: „Ich bin ja hauptsächlich für die Kinder in Leipzig zuständig. Ich kann die Mobilkarte im Ferienpass nicht einfach ausweiten.“ Das Gesprächsangebot ins Umland bestätigt auch Martina Menge-Bug, Mitarbeiterin des Referates für Kommunikation der Stadt Leipzig: „Wir haben vor Jahren Taucha, Schkeuditz und Markkleeberg die Zusammenarbeit bei den Ferienpässen angeboten. Als die Reaktion ausblieb, haben wir keinen weiteren Vorstoß unternommen.“ Menge-Bug weist allerdings darauf hin, dass bei einer solchen Zusammenarbeit auch die Finanzierung des LVB-Liniennetzes eine Rolle spielt. Das scheint auch in Schkeuditz der Knackpunkt zu sein, wie den Worten von Stadtsprecher Helge Fischer zu entnehmen ist: „Wir sind prinzipiell immer interessiert an einer Zusammenarbeit. Wenn es dabei finanzielle Belastungen gibt, muss man sehen, wie das gelöst werden kann.“ Für die Finanzierung des Öffentlichen Personennahverkehrs sei allerdings das Landratsamt Nordsachsen zuständig.

Auch dort wird sich gegen eine Zusammenarbeit beim Thema Ferienpass nicht gesträubt. „Grundsätzlich sind wir bereit, mit der Stadt Leipzig ins Gespräch zu kommen“, erklärt Rayk Bergner, der Pressesprecher im Landratsamt. „Es ist aber“, merkt er weiter an, „schwer nachweisbar, ob die Leipziger Kinder mit dem Pass dann wirklich nur zur Sternwarte Schkeuditz fahren.“ Die Kontrolle, ob Ferienpässe und Fahrscheine ordnungsgemäß genutzt werden, obliegt den Leipziger Verkehrsbetrieben. Deren Pressesprecher Reinhard Bohse sieht da keine Hürden: „Wenn die Stadt Leipzig und der Landkreis Nordsachsen die Finanzierung klären, soll es an uns nicht scheitern. Die Kontrolle der Fahrscheine ist überhaupt kein Problem.

Peggy Hamfler

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