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Kubon: "Wer Abfälle auf das Feld wirft, begeht eine Straftat"

Kubon: "Wer Abfälle auf das Feld wirft, begeht eine Straftat"

Herbstzeit ist noch einmal Hochzeit für Kleingärtner und Grundstückseigentümer. Denn dann wird ein letztes mal Rasen gemäht, werden Hecken und Pflanzen beschnitten - da fällt einiges an Grünabfall an.

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Die Gabionenwand in der Karlstraße ist einen halben Meter hoch - bis zum Rand türmen sich auf der Feldseite Gartenabfälle.

Quelle: Olaf Barth

Schkeuditz. Viele schaffen ihn gegen ein entsprechendes Entgelt zum zuständigen Entsorger. Andere aber sind der Annahme, Grünzeug könne man karren- oder säckeweise einfach am Feldesrand ablegen und so günstig los werden. Damit täte man ja dem Bauern etwas Gutes, weil der es beim Ackern eingrabe und so guten Dünger erhalte. Ein Irrtum - und was für einer.

"Die Felder sind doch fremder Besitz. Niemand hat das Recht, dort seinen Müll abzuladen. Wir gehen doch auch nicht in Gärten oder auf Grundstücke, und kippen dort unserem Mist ab", macht Landwirt Hartmut Kubon klar. Der 63-Jährige ist Geschäftsführer der Gundorfer Agrargemeinschaft. Die bewirtschaftet auf Leipziger und Schkeuditzer Flur 1300 Hektar landwirtschaftliche Flächen. Auf rund 300 bis 400 Hektar, besonders in der Nähe von Einfamilienhaus-Siedlungen und Kleingartenanlagen, werden Jahr für Jahr illegal Gartenabfälle entsorgt. "Ganz klar, wer das macht, begeht eine Straftat. Wir haben auch schon Anzeige gegen unbekannt gestellt, aber bisher ohne Ergebnis", sagt Kubon. Der Leipziger begründet, weshalb er und viele andere Landwirte nicht froh sind, wenn Grünschnitt einfach aufs Feld geworfen wird: "Es ist ein Irrtum, dass dies dem Acker gut tut. Im Gegenteil. Damit kommen Krankheiten oder Pilze in den Boden, gegen die unserer Herbizide möglicherweise nichts ausrichten können. Das beeinträchtigt am Ende den Ertrag. Und an manchen Stellen wächst schon gar nichts mehr."

Ein weiteres Argument gegen diese wilde Art der Entsorgung kennt ebenfalls nicht nur Kubon: "Es sind auch schon giftige Pflanzen aufs Feld gekommen. So hatten wir unsere Luzerne als Rinderfutter in Streifen auf dem Feld abgelegt, damit der Häcksler das aufnehmen kann. Dann kamen Leute, und haben einfach giftigen Heckenschnitt dazu gelegt. Zum Glück ist das von einem Kollegen erkannt worden." Der Landwirt kann sich da richtig in Rage reden. Besonders im Frühjahr und Herbst seien diese falschen Naturfreunde eine richtige Plage, dann sei es nahe Gärten und Siedlungen besonders extrem mit den Ablagerungen an den Feldrändern. Selbst wenn er mal jemanden auf frischer Tat ertappe, lasse dieser sein Zeug trotzdem liegen und werde noch pampig. "Am Ende müssen wir es selbst wegräumen", nennt der Geschäftsführer den häufigsten Ausgang solcher Geschichten.

Doch auch die Stadt Schkeuditz muss in diesen Tagen tätig werden. In der Modelwitzer Karlstraße steht eine Gabionenwand. Die Steine im Drahtgeflecht sind gut einen halben Meter hoch aufgeschichtet und grenzen die Straße vom Feld ab. "Das dient dem Schutz vor Hochwasser. Wenn bei Starkregen oder Schneeschmelze das Wasser auf dem gefrorenen Untergrund nicht versickern kann, würde es Richtung Siedlung ablaufen und sich dort einen Weg bahnen. Die Situation ist in dem Bereich ohnehin nicht ganz einfach, aber wenn die Gabionenwand auf der Feldseite mit Gartenmüll angefüllt wird, geht diese Schutzfunktion auch noch verloren", erläutert Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler) die Zusammenhänge.

Inzwischen liegt dort so viel Grünzeug, dass nur noch eine Aufräumaktion des Technischen Service Schkeuditz mit Baggertechnik helfen kann. Dornbusch hofft, sagt er, dass die Verursacher künftig ihren Grünschnitt auf legalem Weg entsorgen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.11.2014
Olaf Barth

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