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Schkeuditz Künftige „Elfer“ lernen nun in beiden Häusern
Region Schkeuditz Künftige „Elfer“ lernen nun in beiden Häusern
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06:00 09.04.2011
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Schkeuditz

So sieht der Kompromiss aus, der nun das Wechseln des gesamten Jahrganges nach Markranstädt überflüssig macht. Dieser Plan hatte in Schkeuditz zu heftigen Protesten geführt (LVZ berichtete).

Am Gymnasium in der Elsterstadt herrscht Erleichterung. Der drohende Verlust einer ganzen Jahrgangsstufe konnte abgewendet werden. „Die jetzt gefundene Lösung wird von Eltern und Schülern sehr positiv aufgenommen. Beide Häuser haben als Partner gleichberechtigt die Sekundarstufe II gesichert, was für den Bestand des Gymnasiums in beiden Städten wichtig ist. Wir sind sehr zufrieden“, freute sich Barbara Orth, eine der beiden Elternsprecher. Sie ist voll des Dankes an Bildungsagentur und Schulträger, aber auch gegenüber engagierten Eltern, Lehrern, Stadträten und Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler), die sich für eine Kompromiss stark gemacht hätten.

„Nur ein Viertel der Schülerschaft muss fahren. Das ist aktzeptabel und zumutbar, eine vernünftige Lösung, die von uns mitgetragen wird“, sagte Roman Schulze, Pressesprecher der Leipziger Regionalstelle der Sächsischen Bildungsagentur. Das freute auch Schulleiter Jürgen Melzer, der mit Stellvertreterin Beate Schaaf noch einmal die Leistungs- und Grundkurse neu berechnet hatte. „Wir bleiben in unserem Budget, im Stundenlimit. Und die betroffenen Schüler müssen innerhalb von 14 Tagen fünfmal in das jeweils andere Haus zu den Kursen fahren. Das bedeutet für den Landkreis, dass er weniger Fahrten finanzieren muss“, erklärte Melzer.

„Wir sind froh über jeden eingesparten Euro, aber das ist in dem Fall zweitrangig. Wir organisieren den Schülerverkehr so, wie er nötig ist.“, sagte Rayk Bergner vom Landratsamt Nordsachsen. Enke sieht das Engagement von Schülern, Eltern und Schulleitung belohnt: „Ich freue mich, dass eine Lösung gefunden wurde, die alle Beteiligten zufriedenstellt.“ Das sieht Carina Radon (CDU) allerdings anders. Die Markranstädter Bürgermeisterin war im Gegensatz zu Enke in die zu den Protesten führenden Entscheidungen involviert und meinte in Anspielung auf den Schkeuditzer Elternabend mit den teils tumultartigen Szenen: „Die Lösung ist nicht befriedigend, es gab eine Vereinbarung. Es kann nicht immer der Recht bekommen, der am lautesten schreit. Eltern von Markranstädter Schülern haben sich schon bei mir beschwert.“ Aber auch sie sei nicht zufrieden, wie die Sache vor allem in der Kommunikation gegenüber den Eltern gelaufen ist.

Dass Radon sich für das Haus Markranstädt einsetzt, hält der Markranstädter Elternsprecher Michael Schubert für völlig legitim. „Aber die beiden Häuser dürfen sich nicht auseinander dividieren lassen. Alle Entscheidungen müssen im Interesse der Kinder getroffen werden“, sagte der 53-Jährige, der den Kompromiss in Ordnung findet, aber noch keine Rückmeldung von den Eltern hatte. Die eigentliche Tragik sei in seinen Augen die unmögliche Informationspolitik gewesen. Er könne den Frust der Schkeuditzer Eltern nachvollziehen.

Kommentar

Der jetzt für den Kursunterricht am Gymnasium Schkeuditz gefundene Kompromiss ist eine faire Lösung. Sowohl dem Stammsitz Schkeuditz als auch dem Haus II Markranstädt bleiben damit die Elftklässler erhalten. Das Abwandern eines gesamten Jahrganges in nur eines der beiden Häuser ist vom Tisch. Die Sächsische Bildungsagentur hat Wort gehalten und Größe gezeigt, in dem sie der Schulleitung eine zweite Chance gab, ergebnisoffen prüfte und nun zu der gefundenen Lösung steht. Doch nach der dubiosen, weil absolut intransparent zustande gekommenen und viel zu lange nicht bekanntgegebenen ersten Entscheidung, war ein zweiter Anlauf auch dringend geboten. Nicht allein wegen der wütenden Proteste der Eltern des Schkeuditzer Hauses, sondern weil wegen des zeitlichen Ablaufes der Ereignisse und der fehlenden Kommunikation die Glaubwürdigkeit aller Beteiligten auf dem Spiel stand.

Deshalb müssen gerade mit Blick auf die angestrebte wieder eigenständige Zukunft beider Häuser Lehren aus dem Streit gezogen werden. Und das kann nur heißen, dass bei so einem öffentlichen Thema wie Schule alle Betroffenen, wenn schon nicht in interne Entscheidungen einbezogen, so dann doch zeitnah informiert werden. Nur so haben Eltern, Schüler, Stadtverwaltung und Kommunalpolitiker auch die Chance, zu reagieren und sich einzubringen. Und das muss dann ja auch gar nicht zwangsläufig in Proteste münden. Olaf Barth

@o.barth@lvz.de

Olaf Barth

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