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Schkeuditz Kürschner-Fahne nach Restaurierung zurück im Museum
Region Schkeuditz Kürschner-Fahne nach Restaurierung zurück im Museum
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15:58 19.05.2015
Hans Neubert zupft an der wieder eingetroffenen Innungsfahne noch die Fransen zurecht. Aus der Restaurierung kam sie jetzt zurück. Quelle: Roland Heinrich
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Schkeuditz

Doch dort fehlte bis vor Kurzem ein Ausstellungstück: Die Fahne der Kürschner-Innung zu Schkeuditz. Jetzt ist sie restauriert aus Chemnitz zurück und im Stadtmuseum im neuen Glanz zu betrachten.

"Elf Kürschner-Meister haben sich 1858 zusammengetan und die Schkeuditzer Innung gegründet", berichtete Neubert. Der Pelzhandel in Leipzig habe geblüht und überall in der Umgebung entstanden Fabriken oder Betriebe, die mit der Pelzveredelung zu tun hatten. "Eine wichtige Voraussetzung für diese Arbeit war das Vorhandensein von ausreichend Wasser. Das gab es in Schkeuditz durch den Fluss", erklärte Neubert.Weit vor den Schkeuditzern, nämlich 1423, hatte sich in der Nachbarstadt Leipzig die Kürschner-Innung gegründet. Deren Geschichte hängt unmittelbar mit der Innungsfahne der Schkeuditzer zusammen.

"Die Leipziger feierten 1925 ihr 500-jähriges Bestehen und hatten dazu alle umliegenden Innungen eingeladen", sagte der Museumsleiter. Wegen der Inflation hatte man die Jubiläumsfeier um zwei Jahre verschoben, klärte Neubert auf. Beim Fest hätten die Schkeuditzer feststellen müssen, dass sie unter allen geladenen Gästen wohl die einzigsten waren, die keine Innungsfahne hatten. "Das muss sie derart gegrämt haben, dass sie noch im selben Jahr eine Fahne beauftragt hatten", berichtete Neubert.

In Halle wurde die Doppelblatt-Fahne in Auftrag gegeben und dort in der Fahnen-Fabrik in der Leipziger Straße hergestellt. Doppelblatt bedeutet, dass die Fahne aus zwei separaten Seiten, die bestickt sind, besteht. Während die eine Seite in grün gehalten das Schkeuditzer Wappen zeigt, ist auf der gelben Rückseite das Kürschnerwappen mit einem Hermelin-Pelz, den zwei Löwen halten, zu sehen. "Die Seide, aus der die beiden Seiten bestehen reagiert auf die Farbstoffe unterschiedlich. Besonders die gelbe Seite war von der Zersetzung bedroht", benannte Neubert die Schäden.

Diese Schäden habe Textil-Restauratorin Barbara Müller aus Chemnitz in etwa eineinhalbmonatiger Arbeit behoben. Auch die Aufhängung der Fahne sei instandgesetzt worden. Mittel dafür kamen vom Kulturraum Leipziger Raum. "Was jetzt noch fehlt ist die Fahnenspitze", sagte Neubert. Die sei an der im Jahr 2003 von einem Antiquitäten-Händler erworbenen Fahne nicht mehr vorhanden gewesen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.05.2015
Roland Heinrich

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