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Kunst zum Betreten

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"Ich will den Blick des Betrachters von der Wand weglenken, deshalb lege ich meine Bilder auf den Boden oder stelle sie als Würfelformation auf", erklärt Dünki.

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Künstler René Dünki präsentiert seine jüngsten Werke in der Art Kapella wie Teppiche und will damit alte Strukturen der Betrachtung durchbrechen.

Quelle: Peggy Hamfler

Oft treten Kunstliebhaber aus Versehen auf Ausstellungsstücke, die wie Teppiche auf dem Fußboden verteilt liegen. Doch das störe den weltoffenen Maler nicht. Auch das Weglassen der Signierung ist Dünki ein Zeichen von Freiheit: "Ich signiere meine Bilder nicht, weil der Käufer selbst entscheiden soll, ob er das Gemälde lieber verkehrt herum aufhängen will." Besonders Kinder seien in der Wahrnehmung der Umwelt und in der Malerei besonders frei, stellt Dünki fest.

Der gebürtige Schweizer studierte nach einer Tischlerlehre freie Kunst in Zürich. Die Liebe zog ihn nach Sachsen, erzählt er. Seitdem arbeite er als freischaffender Künstler, gibt Malkurse an Schulen für Kinder. Seine Kenntnisse als Tischler nutzt der pfiffige Oschatzer und baut sich selbst die Rahmen mit Leinwänden, die er anschließend gestaltet. Hell und von viel Weiß geprägt sind seine Gemälde, in ihnen tauchen weiße Schweizer Kreuze als Erinnerung an seine Kindheit und Szenen aus dem Theater auf. "Ich spiele im Schweizer 'Theatre de Luna' mit, das verarbeite ich natürlich auch in meinen Werken." Nicht nur Theaterszenen, auch Fotografien seiner selbst gebauten Drahtskulpturen klebt der Künstler in Gemälde und schafft damit 'Bilder von Bildern' in einer Art Matrjoschka-Prinzip.

Spontan habe er einmal seinen Körper und sein Gesicht anstelle der Leinwand weiß bemalt, denn "alles" sei ein Werk. Auch auf Facebook tritt Dünki mit weißbemaltem Kopf auf. Jedoch liebe der Oschatzer, wie er sich selbst wundert, doch er eher das Schwarze. Auch Dünkis Kunden seien manchmal irritiert: "Es kommt vor, dass Interessenten sich im Atelier in ein Bild verlieben und es Tage später nicht mehr wieder finden. Dann muss ich ihnen mitteilen, dass die Gemälde leben, teilweise wieder übermalt werden und sich verändern, dieser Prozess kann einen Tag oder fünf Monate dauern." Bis zu 200 Werke entstehen pro Jahr, und das seit 1998.

Petra Kießling, Geschäftsführerin des Leipziger Verbands der Bildenden Künstler, hielt zur feierlichen Ausstellungseröffnung am Sonntag die Laudatio: "Die Gemälde sind Räume des Lichts, es sind Seelenlandschaften, die auch von Irritationen geprägt sind. Sie gehen in die Kunstrichtung Abstraktion", sagt sie. Der Art-Kapella-Verein traf extra einige Vorbereitungen. Vereinsvorsitzende Tina Barheine: "Wir haben jetzt ganz neue variable Stellwände, die man von mehreren Seiten betrachten kann. Sie bleiben auch künftig stehen, zum Beispiel für unsere Vernissage mit dem Jubilar Klaus König, der am 21. April zu seinem 75. Geburtstag seine Ausstellung eröffnen wird."

Morgen wird Dünki ab 19.15 Uhr für ein Gespräch in der Art Kapella auf dem Alten Schkeuditzer Friedhof zur Verfügung stehen. Bis 14. April sollen seine Werke unter dem Titel "Ich genieße das Gefühl, das schlafende Kind zu tragen" am selben Ort noch zu sehen sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.03.2013

Peggy Hamfler

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