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Schkeuditz Kunstwerke in Kleinliebenau versteigert
Region Schkeuditz Kunstwerke in Kleinliebenau versteigert
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13:09 25.07.2017
Schatzmeisterin Ernestine Adaschkiewitz vom Kultur- und Pilgerverein begrüßt die kunstinteressierten Gäste und ermuntert sie zum Kauf der Bilder. Quelle: Foto: Michael Strohmeyer
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Kleinliebenau

Lässt man den Blick über Kanzelaltar, Deckengemälde und die schön bemalten Emporen schweifen, mag man kaum glauben, dass die Rittergutskirche Kleinliebenau noch vor zwölf Jahren eine Ruine war. Doch dieser einst beklagenswerte Zustand hat sich dank des örtlichen Kultur-und Pilgervereins gründlich geändert. „Manchmal haben wir uns selbst die Augen gerieben“, bekannte Vorstandsmitglied Ralf Kuhnke im Rückblick. „Wir sind konfessionell nicht gebunden, wir betreiben hier Ökumene pur.“ Bei ihren Kulturveranstaltungen können die Aktiven inzwischen stets mit aufgeschlossenem Publikum rechnen. Am vergangenen Sonntag bot der aktive Verein, der inzwischen 79 Mitglieder zählt, erstmals eine Benefiz-Auktion in eigener Sache auf.

„Schöner Nachmittag“, resümierte Auktionator Michael Ulbricht am Ende entspannt. Mit Anekdoten, aber auch Erklärungen für Einsteiger hatte er sein Publikum mit den Kunstwerken vertraut gemacht. Unter den Grafiken ließ sich durchweg künstlerische Qualität, aber auch Zeitbezug und Witz ausmachen. Am Herzen lag Ulbricht dabei die „chronique scandaleuse“, ein Spitzenblatt des Berliners Ralf Bergner, der auf den Einzug der Banane und des Kapitals in der DDR abhebt. Aber auch Werner Tübkes Lithographie „Gesellschaft im Freien“, perfekt inszenierte Begegnung in flirrendem Licht, und Wolfgang Mattheuers Linolschnitt „Gespräch“, eine Situation mit Stasi-Anspielungen, gehörten zu den Glanzlichtern der gut sortierten Auswahl. Noch vor der Auktion hatte ein Ehepaar vom Angebot Gebrauch gemacht, ein lieb gewordenes Gemälde aus dem Kreis der Maler in der Familie von Sternburg einschätzen zu lassen. Ulbricht konnte jedenfalls bescheinigen, dass die pittoreske Straßenansicht mit Fachwerk und Gaslaternen im Falle eines Verkaufs eine vierstellige Summe einbringen könnte.

Bei der Versteigerung wechselten Max Klingers Liebesspiel von Apollo und Daphne, ein signiertes Farboffset von Marc Chagalls Deckengemälde in der Pariser Oper, eine expressive Winter-Version, Farblithographie des Leipzigers Peter Zaumseil, den Besitzer. Das sind nur einige Beispiele, deren Erlös auf direktem Weg in die Vereinskasse fließt. Schatzmeisterin Ernestine Adaschkiewitz freut das besonders. Für die meist musikalischen Kulturangebote, die der Verein in seiner Kirche auf die Beine stellt, kommt jeder Euro mehr als gelegen. Der Verein selbst trug umsichtig zu einem gelungenen Nachmittag bei: Er stellte Ulbricht Assistentinnen zur Präsentation der Kunstwerke, sorgte für Käsespießchen und Sekt, organisierte auch den musikalischen Rahmen, den die Violinistinnen Kerstin Siegmundt und Friederike Kähler mit Mozart, Bach und einem Tango mitreißend ausspannten.

Ulbricht wiederum, promovierter Antiquar aus Machern, hat es sich zum Prinzip gemacht, mit den Benefiz-Versteigerungen seines Leipziger Buch-und Kunstantiquariats gemeinnützige Projekte zu unterstützen. So kam vor etwa einem Jahr bei einer Auktion in der Krankenhauskirche Altscherbitz auch der Kontakt zu den Kulturpilgern zustande.

Schon am Sonntag lädt der Verein zu seinem nächsten Höhepunkt ein: Dann spielt ab 16 Uhr in der Rittergutskirche „North Sea Gas“ auf, eine der populärsten Folkbands Schottlands.

Von Ingrid Leps

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