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Kupferstiche, Ölbilder und Aquarelle

Kupferstiche, Ölbilder und Aquarelle

Als einen ganz besonderen Anlass bezeichnet es Kurator Gerd W. Fiedler, die neue Ausstellung in der Art Kapella eröffnen zu dürfen. Die beiden Künstler Oswin Volkamer und Rolf Rehme differieren in der Kunst und doch eint sie einiges.

Schkeuditz. Bis Ende Juni sind ihre Werke in Schkeuditz zu sehen.

„Heute wischen Künstler mit kreativem Strich und präsentieren anschließend ihr Werk. Wir sollen es dann im Kopf fertig malen“, wagt Fiedler während der Laudatio eine durchaus streitbare These. Verdeutlichen wollte er damit aber die Unmöglichkeit dieser Herangehensweise für den Kupferstecher Volkamer. Filigranstes Arbeiten und meisterliches Handwerk seien für den heute 80-Jährigen unablässig bei der Herstellung seiner Werke. Feinste Striche, Unterschiede beim Druck mit dem Stichel auf die Kupferplatte oder Punkte sind zu setzen, um „Farbigkeit“ in die Motive zu bekommen.

„Einen Stein zu schleppen, wäre zu mühsam gewesen“, gibt sich Volkamer praktisch. Nach einer Ausbildung und anschließender Tätigkeit in der Verwaltung Lobenstein nämlich lernte er den Beruf des Lithographen. Ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig schloss sich an. Die Tätigkeit in der Deutschen Wertpapierdruckerei in Leipzig und die Einführung in den Banknotenstich führten zur Vertiefung der Akribie bei der Arbeit. 1964 machte sich Volkamer selbstständig und war ab da freischaffender Grafiker und Kupferstecher in Leipzig. Mehrfache nationale und internationale Auszeichnungen erhielt Volkamer für seine Kupferstiche.

Um Farbigkeit in seinen Bildern zu erhalten, benutzt Rehme Aquarell-, Tempera- oder Ölfarben. Heute 79-jährig hat sich der gelernte Gebrauchsgrafiker intensivst erst während seines Rentnerdasein der Malerei gewidmet. Es sind Stadt- oder Gebäudeansichten von Leipzig entstanden, die heute bereits Verschwundenes zeigen. „Das Stadtgeschichtliche Museum hat 18 meiner Bilder“, sagt der Künstler und äußert bescheiden lediglich zeitgeschichtliches Interesse des Museums. Gelegentlich habe Rehme gemalt, während seiner seit 1953 andauernden Selbstständigkeit aber Plakat- und Messegestaltungen übernommen.

„Der Wille zu malen, hört nicht mit der Rente auf“, sagt Rehme und auch selbstständig sei man immer. Er wolle, so bald es geht, weiter produzieren. Auch Volkamer möchte noch Kupfer bearbeiten. „Im Rahmen meiner Möglichkeiten“, ergänzt er. Die eigene Kupferhandpresse hat Volkamer bereits weggegeben. Auch größere Sachen könne er nicht mehr machen.

An sich gegenüber liegenden Wänden hängen die Malereien und Kupferstiche in der Galerie der Art Kapella. In Größe und Ausführung völlig verschieden sind die Motive doch teilweise ähnlich. Filigran und detailgetreu etwa zeigt sich die Trost-Orgel in Altenburg von Volkamer, düster und schwer wirkt die Orgel in Freiberg von Rehme.

Bis 26. Juni sind die Werke der beiden Künstler in der 3. Kollektion der Reihe „Gegenüber und doch miteinander“ zu sehen. Schon am Mittwoch wird ab 19.15 Uhr Volkamer im Kunstkreis zum Drucktechnik-Gespräch anwesend sein. Rehme wird am 8. Juni zu seinen Leipzig-Beobachtungen und deren grafischer Umsetzung befragt.

Roland Heinrich

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