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Schkeuditz Kurze Straße - Langer Weg - Verbindung zum Fire-Training-Center noch immer namenlos
Region Schkeuditz Kurze Straße - Langer Weg - Verbindung zum Fire-Training-Center noch immer namenlos
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16:10 19.05.2015
Die Straße hin zum Fire-Training-Center soll einen Namen bekommen. Wann, ist bisher noch unklar. Quelle: Roland Heinrich

Bis heute hat jener etwa 100 Meter lange Weg, der zum Fire-Training-Center des Schkeuditzer Airports führt und den Begriff "Straße" nur knapp verdient, jedoch keinen Namen. Die Entscheidung zur Bezeichnung der Verbindung von der Ernst-Thälmann-Straße zum Übungsplatz der Wehren wiegt so schwer, dass sie dabei zu einem Politikum geworden ist.

Dabei war der Vorschlag, den Schkeuditz Mitte Februar vom Ortschaftsrat Glesiens absegnen lassen wollte, weiß Gott nicht der schlechteste: Heinrich Hertel, der 1867 die Schkeuditzer Feuerwehr gründete, sollte Namensgeber des Weges werden (die LVZ berichtete). "Wenn wir uns auf Glesiener Flur bewegen, dann sollte die Straße auch den Namen eines Glesieners erhalten", hieß es aus dem Rat des Ortes. "Außerdem war Heinrich Hertel durchaus eine Persönlichkeit, der die Größe der Straße nicht gerecht wird. Man sollte in Schkeuditz eine größere Straße suchen, die seinen Namen tragen kann", ergänzte Ortsvorsteher Manfred Putzke.

Mit der Ablehnung des Vorschlags aus der Stadtverwaltung machte der Ortschaftsrat einen eigenen: "Wir hatten Kurt Wernicke als Namensgeber gewählt", informierte gestern Putzke, der Informationen zum ehemaligen Glesiener Wehrleiter zusammengetragen hatte.

Seit den 1920er Jahren sei Wernicke Wehrleiter der Glesiener Feuerwehr gewesen. "Er hat die Glesiener und die Ennewitzer Wehr zusammengeführt und die technische Aufrüstung der Wehren vorangetrieben", erzählte der Ortsvorsteher. Bis in die 1950er Jahre, in denen er in den Ruhestand ging, sei er unpolitisch gewesen.

Warum Putzke die unpolitische Haltung Wernickes erwähnte, liegt in der Ablehnung des Vorschlags durch die Stadt begründet. Es sollte sicher belegt werden, dass Wernicke kein Nationalsozialist war. "Wenn er da mitgemacht hätte, dann hätte er doch nicht bis um 1950 Wehrleiter bleiben können", meinte Putzke. Der NKWD, das Volkskommissariat des Inneren der ehemaligen UdSSR, hätte ihm diesen Posten entzogen. Einen Nachweis für die politische Untätigkeit während der NS-Zeit zu erbringen, sei mit zu großem Aufwand verbunden.

Inzwischen dürfte die Stadtverwaltung bereut haben, Glesien überhaupt zur Benennung der Straße befragt zu haben. Eine Pflicht hätte dazu nicht bestanden. Jetzt laufen sämtliche Auseinandersetzung, die die Bezeichnung betreffen, in nichtöffentlichen Sitzungen ab. Inzwischen gebe es zwei Vorschläge, von denen sich der der Glesiener auf die örtliche Lage des Weges bezieht. Auch die Stadt habe eine neue Bezeichnungsvariante gefunden: "Der jetzige Vorschlag ist ein unsäglicher Anglizismus, den wir ablehnen", sagte Putzke dazu. Zum ganzen Prozess der Namensfindung äußerte er: "Das ist Demokratie. Es geht aber nicht mehr um die Sache. Hier reiben sich Köpfe aneinander".

Beim Flughafen, auf dessen Antrag die Straße einen Namen bekommen soll, sieht man das Prozedere gelassen. Zur besseren Orientierung der vielen fremden und fremdländischen Wehren, die an der Boeing-Attrappe üben wollen, sollte der Weg eine Bezeichnung erhalten. "Wir warten die Entscheidung ab", sagte Flughafensprecher Uwe Schuhart ohne weiteren Kommentar.

Nun soll der Stadtrat, wenn nötig auch gegen die Glesiener, entscheiden. Ob dies in seiner September-Sitzung passiert, ist noch nicht klar.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.08.2013

Roland Heinrich

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