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Ladengeschichte in Schkeuditz - bisher ging's immer um Lektüre

Ladengeschichte in Schkeuditz - bisher ging's immer um Lektüre

Eine Buchhandlung gibt es in der Großen Kreisstadt Schkeuditz nicht mehr. Diese Feststellung kann vor allem am heutigen Welttag des Buches, der vielerorts mit Lesungen und anderen Aktionen begangen wird, als schmerzlich für die Stadt bezeichnet werden.

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Der Laden vom Buchbindermeister Otto Nietzsch während der goldenen 1920er Jahre.

Quelle: Repro Roland Heinrich

Schkeuditz. Dabei hat der Laden in der Friedrich-Ebert-Straße 13, der bis zum vergangenen Jahr die Buchhandlung von Herbert Stascheit beheimatete, eine eng mit dem Medium Buch verbundene, weit zurückreichende Geschichte.

"Mein Urgroßvater hat das Haus 1909 gekauft. 11 000 Reichsmark hat er dem Barbier Richard Gruber dafür gezahlt", erzählt Marc Haberberger, der heute Haus- und auch Ladenbesitzer ist. Wegen der gerade laufenden Umbauarbeiten am Geschäft ist jetzt auch für Passanten zu lesen, wie Haberbergers Urgroßvater hieß. "Otto Nietzsch war Buchbindermeister und führte auch den Laden", weiß Stadtmuseumsleiter Hans Neubert genauso, wie Haberberger selbst. Bei den Lebensdaten allerdings müssen beide passen. "Ich weiß, dass er 1954 den Laden aufgegeben hatte und vermute, dass er dann 1958 gestorben ist. Als Kind habe ich das Grab auf dem alten Friedhof noch gesehen", sagt der 40-jährige Urenkel.

Bei einem Treffen, das der Museums- und Geschichtsverein eingerührt hatte, berichtet Haberberger, dass sein Urgroßvater mit Emma Renz aus Oberthau verheiratet war. Alte Fotos, die er mitgebracht hat, zeigen den Laden zu unterschiedlichen Zeiten. Buchbinderei und Papierhandlung, den Verkauf von Schulbüchern und -artikeln, von Schreibwaren und auch von Geschirr konnte der Schkeuditzer hier 1925 antreffen. "Mein Urgroßvater hat auch Bilder gerahmt und Rahmen verkauft", sagt Haberberger.

Nachdem Otto Nietzsch den Laden aufgegeben hatte, sei zu DDR-Zeiten der Volksbuchhandel im Geschäft gewesen. Später habe Haberbergers Mutter, wieder mit Büchern und Schreibwaren in der Auslage, das Geschäft geführt. Bis zum vorigen Jahr, als Stascheit mit seiner Buchhandlung Mieter des Ladens war. "Ich will im Juni mit dem Umbau fertig sein", kündigt der jetzige Hausbesitzer an. Für die rund 40 Quadratmeter Geschäft sucht er noch einen Mieter. Ob nach mehr als 100 Jahren des Buchverkaufs im Geschäft wieder Bücher zu finden sein werden, ist jedoch ungewiss.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.04.2015
Roland Heinrich

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