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Lärmschutz: Gutachter stellt Ergebnisse vor

Lärmschutz: Gutachter stellt Ergebnisse vor

Für neuen Diskussionsstoff zum Thema Lärmschutz rund um den Flughafen Leipzig/Halle sorgt ein von der Stadt Schkeuditz in Auftrag gegebenes Gutachten. Dessen Ergebnisse stellte der Physiker Matthias Harnisch jüngst im Technischen Ausschuss vor.

Schkeuditz. Unter anderem war er auf Ungereimtheiten bei einer Karte und Messungen des Flughafens gestoßen.

Frei von jeglicher Polemik und sachlich-nüchtern informierte der Akustik-Experte über die Ergebnisse seiner monatelangen Arbeit, bei der er auch mit dem Flughafen zusammenarbeitete. Der etwas sperrige Titel für diesen Tagesordnungspunkt hieß „Information über die Umsetzbarkeit der Vorschläge aus dem Erläuterungsbericht zur Überprüfung festgesetzter Schutzziele zum Lärmschutz Flughafen Leipzig/Halle“.

Harnischs Untersuchungen betrafen fünf Punkte. Erstens: Kann das Lärmschutzgebiet, in dem Betroffene Ansprüche geltend machen können, klar abgegrenzt und diese Karte im Internet zur Verfügung gestellt werden? Technisch sei das möglich, inhaltlich gebe es noch offene Fragen, unter anderem zum Datenschutz. Das müsste mit dem Flughafen, Betroffenen und einem Akustiker direkt geklärt werden. Harnisch stellte zudem fest, dass die Karte des Flughafens zum erweiterten Nachtschutzgebiet nicht korrekt ist, ein Gebiet mit Anspruchsrechten ausgespart bleibt. „Allerdings wurde mir die aktuellste Karte vom Flughafen nicht zur Verfügung gestellt“, erklärte der Gutachter. Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) versprach, bei der nächsten Runde mit Fraktionschefs und IG-Vertretern, wenn über die Konsequenzen aus Harnischs Ausführungen beraten wird, auf jeden Fall die aktuelle Karte zu besorgen.

Punkt zwei: Nachberechnung der Fluglärmimmissionen auf der Grundlage von so genannten Radartracks. Der Gutachter hält das für eine hervorragende Idee, empfiehlt aber aufgrund noch zu großer Fehlerhaftigkeit des Verfahrens abzuwarten, bis es technisch ausgereifter ist. Dritter Punkt war die Forderung, Messdaten des Flughafens durch eine neutrale Instanz auswerten zu lassen. Hier sei eine zusätzlich Software nötig. Im Zusammenhang mit dem Bodenlärm-Monitoring sieht Harnisch hier einen erheblichen Erkenntnisgewinn. Seine Überprüfungen sämtlicher Starts- und Landungen in der Nacht vom 20. zum 21. Januar anhand einer Tabelle des Flughafens habe aber ergeben, dass nicht alle Flugbewegungen Lärmereignissen zugeordnet werden konnten. Eine Ungereimtheit, die sich nicht erklären ließ. Zudem ergab seine Auswertung mit 53dB(A) einen um fünf Dezibel höher liegenden Wert.

Punkt vier betraf die Anwendung der so genannten Technischen Anleitung (TA) zum Schutz gegen Lärm nach Bundes-Immissionschutzgesetz auf den Bodenlärm bei DHL. Laut Harnisch kann eine strengere Betrachtung der Fahr- und Ladegeräusche gemäß „TA Lärm“ voraussichtlich nicht zu einer Verbesserung der „schalltechnischen Situation“ der Betroffenen führen. Schließlich ging es als letzten Punkt um die Messung des Bodenlärms. Ein solches Monitoring sei im Planfeststellungsbeschluss nicht vorgesehen, Harnisch aber hat mit Mikrofonen auf dem DHL-Vorfeld gemessen. Das Messen des Bodenlärms sowohl auf dem Vorfeld als auch in den Siedlungen hält der Experte auch künftig für sehr sinnvoll und wichtig. Aber ein erster richtiger Schritt, damit es für die Betroffenen wirklich leiser werde, wäre laut Harnisch das Verbot der besonders alten und lauten Flugzeuge.

Olaf Barth

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