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Lärmschutzwand fällt kürzer aus - Flughafen errichtet 100 Meter langes Bollwerk in Freiroda

Lärmschutzwand fällt kürzer aus - Flughafen errichtet 100 Meter langes Bollwerk in Freiroda

Wesentlich kürzer, als im Januar 2012 vorgestellt, soll noch in diesem Jahr eine Lärmschutzwand in Freiroda errichtet werden. Am westlichen Ortseingang soll sie das hier schon stehende Teilstück um etwa 100 Meter verlängern und dabei die Ortszufahrt kappen.

Freiroda. 400 Meter lang sollte die Vorjahresvariante werden.

Nur vier Einwohner vom etwa 300-Seelen-Dorf Freiroda nahmen am Dienstagabend auf den Besucherstühlen in der Ortschaftsratssitzung Platz. Erneut wurde eine geplante Lärmschutzwand vorgestellt, die in der Ausführung jedoch wesentlich kürzer ausfällt, als eine im Auftrag der Stadt geplante und vor gut einem Jahr präsentierte. Hintergrund: Die damalige Variante übersteige das Budget des Flughafens Leipzig/Halle, der die Wand bezahlen wird, "mehrfach", wie es der anwesende Airport-Geschäftsführer Dierk Näther formulierte. Eine mittlere sechsstellige Summe sei für die Alt-Variante notwendig gewesen, hieß es gestern vom planenden Ingenieurbüro Schlegel. Wie hoch das Budget des Airports ist, wurde nicht gesagt und ist auch der Stadt nicht bekannt.

Bereits klar war dem Ingenieurbüro Schlegel damals die Ausführung in sogenannter Mischbauweise, die Länge der Wand bis hin zur Wellerstraße und auch das Aussehen mit durch Holz verkleideten Feldern zwischen einem Stahlgerüst. Im vierten Quartal 2012 sollte mit dem Bau begonnen werden.

Jetzt gibt Schkeuditz die Planungen und die Errichtung der Wand aus der Hand. "Der Flughafen übernimmt die Rechte und Pflichten zur Errichtung der Wand. Ein entsprechender Vertrag liegt zur Unterschrift bereit", erklärte Ortsvorsteherin Birgit Gründling. "Auch wegen der Diskussionen, die bei der Ausarbeitung des Vertrages entstanden sind, wollte ich noch einmal in den Ortschaftsrat gehen und dessen Meinung hören", ergänzte Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler).

"Genau die damals vorgestellte Variante will die Bevölkerung", sagte Gabriele Handke. Die Freirodaerin erklärte, dass dem Flughafen und der Stadt kein Glauben mehr geschenkt wird. "Deshalb sind die Einwohner bei solchen Vorstellungen auch nicht mehr anwesend", sagte sie. Spätestens seit 2006 diskutiere man über die Lärmschutzwand mit der Funktion, die Ortszufahrt zu kappen. Seit der Nord­bahnerweiterung sei sie generell im Gespräch. "Was ist seit dem passiert? Nichts! Weder die Stadt noch der Flughafen interessieren sich ernsthaft für die Umsetzung", machte Handke ihrem Unmut Luft.

"Da ist etwas im Rathaus schief gelaufen. Viel zu spät ist die Aktivität eines Sachbearbeiters registriert worden. Zur Vorstellung im letzten Jahr hätte es nicht kommen dürfen. Wir haben keinen Anspruch auf eine derartige Lärmschutzwand", erklärte Enke zu der damaligen Präsentation, bei der auch der Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler) anwesend war, entschuldigend. "Es ist einiges nicht so gelaufen, wie es notwendig gewesen wäre", gab auch Näther zu. Weshalb die Stadt überhaupt Planungen in Auftrag gab, obwohl der Flughafen die Lärmschutzwand bezahlt, wurde unter der Hand mit behördlichen Hindernissen für den Airport begründet. Dass jetzt der Airport die Planung und Errichtung übernimmt, liege an Verhandlungsmöglichkeiten mit Baufirmen, die wiederum die Stadt nicht habe.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.05.2013

Roland Heinrich

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