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Leidenschaft für Dinge aus dem Haushalt - Edgar Hofmann sammelt alles aus Küche, Haus, Garten und Werkstatt

Leidenschaft für Dinge aus dem Haushalt - Edgar Hofmann sammelt alles aus Küche, Haus, Garten und Werkstatt

Mal ein frisch gepresster Saft, Reibekuchen oder frisches Mett aus dem Fleischwolf: Theoretisch kann Edgar Hofmann alles selbst machen, denn der 65-Jährige sammelt Utensilien aus Küche, Haus, Garten, Hof und Werkstatt.

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Edgar Hofmann in seinem Reich: Im Besucherpavillon präsentiert der Wolteritzer seine Sammlerstücke. Ob Scheren, Fleischwölfe oder Bügeleisen - alles wird optisch ansprechend angeordnet.

Quelle: Julia Tonne

Wolteritz. Doch praktisch wird es schwierig, wenn auch alles an den rund 600 Gegenständen funktioniert, so ist doch einiges verrostet. Denn die Gerätschaften haben alle mindestens 80 Jahre auf dem Buckel.

Seit mittlerweile 20 Jahren sammelt Hofmann intensiv alles, was im Haushalt und in der Landwirtschaft einst unverzichtbar war: Erbsenmühlen, Kaltsaftpressen, Bohnenschneidemaschinen, Reibe- und Mandelmühlen, Nähmaschinen, Bügeleisen, Waagen und Butterfässer. "Viele sind absolute Raritäten und kaum noch irgendwo zu finden", sagt Hofmann stolz. Selbst Mandelmühlen aus begehbaren Puppenhäusern nennt er sein Eigen. Wie alt die Teile seines Sammelsuriums sind, kann er allerdings nicht ganz genau beziffern. Denn Jahreszahlen sind selten auf den Gegenständen zu finden. Und selbst bei den ursprünglichen Herstellern - sofern es sie noch gibt - ist kaum auf Hilfe zu hoffen. "Eine Firma ist im Krieg vollkommen ausgebombt worden, da wurden alle Unterlagen zerstört", begründet Hofmann.

Doch auf die genaue Altersangabe kommt es dem Sammler nicht an, er schätzt die Utensilien wegen ihres Aussehens. "Was nach den Kriegen hergestellt wurde, ist eher schlicht gehalten, aber vor dem Ersten Weltkrieg ist vieles so richtig schön schnörkelig produziert worden", sagt er. Jedes erworbene Stück sei faszinierend gearbeitet und werde von ihm mit Original-Farbe lackiert und restauriert. Wenn auch noch jedes Teil funktionstüchtig ist - benutzt werden Mühlen, Reibe, Fleischwolf und Co. nicht. "In einigen ist Blei verarbeitet, in anderen hat sich Rost gebildet, das schmeckt dann merkwürdig", sagt der 65-Jährige und lacht.

Aus ganz Deutschland kommen die Haushalts- und Landwirtschaftsgeräte, die nicht nur im Haus von Hofmann Platz gefunden haben, sondern auch im Besucherpavillon und in der Garage. Regelmäßig ist er auf dem Agra-Gelände, in Riesa, in Dresden und Herzberg unterwegs, um auf Flohmärkten nach neuen alten Gegenständen zu suchen. Doch auch wenn mittlerweile gut bekannte Händler das eine oder andere für ihn zurückhalten, wird die Auswahl zunehmend kleiner. Deswegen hat sich Hofmann nun auf etwas anderes spezialisiert: Eierbecher. Doch die müssen ein Kriterium erfüllen - sie müssen aus Metallen sein, "denn ein Niederländer hat um die 45 000 Eierbecher aus Porzellan", sagt Hofmann. Diesem wolle er keine Konkurrenz machen.

Hofmann ist mit seiner Sammelfreude zuhause nicht alleine. Seine Frau hat in vielen Jahren rund 200 000 Knöpfe zusammengetragen. Und gemeinsam sammeln die Eheleute noch Glas. "Es ist einfach schön, die Dinge anzugucken", begründet Hofmann. Der will seine Ausstellung gerne auch zeigen. Zuweilen lädt er daher Spaziergänger ein, sein Sammelsurium zu begutachten. "Erst wollen sie nicht so richtig rein, weil sie skeptisch sind, und dann wollen sie nicht wieder raus."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.09.2013

Julia Tonne

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