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„Leipzig hatte anfangs mit sich selbst zu tun“

„Leipzig hatte anfangs mit sich selbst zu tun“

Nach seinem Auftritt vor dem Dölziger Ortschaftsrat in Kleinliebenau (die LVZ berichtete) besuchte Axel Bobbe jetzt den Technischen Ausschuss in Schkeuditz. Auch dort erläuterte der verantwortliche Mitarbeiter der Landestalsperrenverwaltung (LTV), was sich bei dem Hochwasser im Januar abspielte und welche Schlussfolgerungen daraus gezogen wurden.

Schkeuditz. Eine der sichtbarsten sind die jetzt baumfreien Deiche auch im Schkeuditzer Bereich.

„In den Aue-Polderflächen bis Kleinliebenau ,parkten‘ acht Millionen Kubikmeter Wasser. Das war für die Unterlieger in Sachsen-Anhalt existenziell“, erläuterte Bobbe vor aufmerksamen Stadträten und berufenen Bürgern. Damit machte der LTV-Mann zugleich deutlich, dass das Wasser eben nicht an Leipzigs Stadt- oder an Sachsens Landesgrenze halt macht, sondern Maßnahmen wie zum Beispiel die Öffnung des Nahle-Auslassbauwerkes weitreichende Folgen haben. Dass dies aber auch funktionierende Informationskanäle zwingend macht, hatten die Schkeuditzer allerdings erst einfordern müssen. „Ja, die Kommunikation war anfangs holprig, später aber sehr gut. Von Schkeuditz saß dann ja ein Vertreter in der Einsatzleitung und erhielt alle Informationen aus erster Hand. Leipzig stand erstmals seit Jahrzehnten vor so einer Situation und hatte anfangs mit sich selbst zu tun“, erklärte Bobbe. Bald aber hätte die Zusammenarbeit im Rahmen der Technischen Einsatzleitung zwischen den Profis vom Katastrophenschutz, THW, Feuerwehren, Landespolizei, Landestalsperrenverwaltung und Leipzigs Behörden sehr gut geklappt.

Der 51-Jährige bezeichnete den Wasserknotenpunkt Leipzig mit Weißer Elster, Pleiße und Parthe in dieser Konstellation als einmalig in Sachsen. Hinzu kam eine bisher einmalige Situation, die Experten im Vorfeld eigentlich für unwahrscheinlich hielten: Die Hochwasserspitzenpegel aller drei Flüsse rollten gleichzeitig an. Die LTV war im Schichtbetrieb rund um die Uhr mit 20 Bauingenieuren an den Brennpunkten mit dabei. Zahlreiche Brücken waren eingestaut, mussten beobachtet werden, um sich verfangende Hindernisse schnell beseitigen zu können. Um so bedeutender sei der glückliche Umstand gewesen, dass Schneeschmelze und Regen doch nicht zu dem ganz schlimmen Hochwasser geführt hatten, wie in Prognosen vorausgesagt worden war. „Dennoch hatten wir Probleme mit den alten Deichen. Sie teilweise neu aufzubauen, Bäume und Wurzeln zu entfernen, ist eine Konsequenz für den Hochwasserschutz“, verteidigt Bobbe die von Naturschützern kritisierten Baumfällungen.

Neu war für die Schkeuditzer, dass das sonst so friedlich durch Taucha und den Zoo plätschernde Flüsschen Parthe bei Hochwasser durchaus auch für die Schkeuditzer Region ein Problem werden kann. Denn das Wasser strömt in die Untere Weiße Elster und dann in Richtung Stahmeln, Lützschena und Schkeuditz. Dieser Bereich sei stark verschlammt, so dass die Weiße Elster hier den Zufluss nicht verkraftet. „Wir wollten entschlammen, doch Naturschützer sagen, der Schlamm ist ein prioritärer Lebensraum und ein europäisch geschütztes Fauna-Flora-Habitat“, erklärte Bobbe. Deshalb werde ein Kanalbau für die Parthe zur Neuen Luppe ins Auge gefasst: „Aber das ist Zukunftsmusik, kostet ungefähr zehn Millionen Euro.“ Olaf Barth

Olaf Barth

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