Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schkeuditz Leipziger Kopist stellt in Art Kapella Schkeuditz aus
Region Schkeuditz Leipziger Kopist stellt in Art Kapella Schkeuditz aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:47 23.11.2009
Der Leipziger Falk Anders empfindet mit ganz eigener Technik Werke der Alten Meister nach. Unter anderem sind von ihm geschaffene Portraits großer Musiker jetzt in der Art Kapella Schkeuditz zu sehen. Quelle: Roland Heinrich
Schkeuditz

Mit zwei Sätzen der Orchestersuite in h-moll von Johann Sebastian Bach in einer Bearbeitung von Max Reger wurde am Sonntag eine neue Ausstellung in der Art Kapella eröffnet. Sowohl Bach als auch Reger schauten dabei den beiden Koreanerinnen Hyun Jung Shin und Bo Kun Jung bei ihrer vierhändigen Darbietung auf dem Flügel zu. Denn die Ausstellung zeigt unter anderem Bildnisse berühmter Komponisten wie Bach, Mozart, Beethoven und Mendelssohn-Bartholdy, allesamt Werke des Kopisten Falk Anders. So fiel es Laudator Gerd W. Fiedler leicht, die musikalische Einleitung als Einstimmung auf die Bilder zu nutzen. Zum einen, weil sowohl Komponist als auch Bearbeiter der gehörten Werke sozusagen zugegen waren. Zum anderen, weil in der Musik und auch in den Bildnissen die Akribie des Übens ebenso spürbar wurde wie die Begeisterung für das Werk selbst. So genüge es in der Musik nicht, einfach die Technik des Klavierspielens zu erlernen. Man muss auch die Schönheit des Stücks erlebbar machen, seiner Aussage nachspüren.Dies lässt sich auf die Bilder von Falk Anders übertragen. Proportionen, Wirkungen des Lichteinfalls und das Herausarbeiten von Details gehören in der Malerei zum Handwerk. Als Kopist würde es manchen sicher genügen, mit diesem Handwerk originalgetreue Nachahmungen zu schaffen. Die Kunst Anders’ begründet sich jedoch darin, in seine Kopien der Werke der Alten Meister eigene Sichtweisen einfließen zu lassen.Er überträgt die Ölgemälde auf Pastellkarton und arbeitet mit verschiedenen Kreiden. Zudem arbeitet Anders bestimmte Wesenszüge der Portraitierten heraus, die beim Original nicht oder nicht so deutlich zu sehen sind. Er verschiebt das Motiv, so dass man es aus einem anderen Blickwinkel sieht. Er fügt Gesten hinzu, die den Charakter des Portraitierten verdeutlicht. Er verändert Farbgebung und Lichteinfall und gibt den Bildnissen so seine persönliche Note, drückt mit der Veränderung aus, wie er den Komponisten, Künstler, Menschen sieht.Um diesen Ansichten auf die Spur zu kommen, müsse man sich entführen lassen, sich die Zeit nehmen, das einzelne Bild wirklich gründlich zu studieren und seine Feinheiten auf sich wirken lassen, so Fiedler. Textile Wandbehänge statt des üblichen Grautons der Stellwände sollen helfen, die Bilder im zeitlichen Kontext zu sehen. Dass die Stoffbahnen noch die Falten aus ihrer Verpackung haben, ist Absicht. Es ist ein Hinweis, dass in scheinbar Altbekanntem oft eine Menge neuer Dinge zu entdecken sind. So wie es in den oftmals berühmten Bildnissen durch die Hand des Kopisten Falk Anders andere Dinge zu entdecken gibt als im Original.Falk Anders wurde 1963 in Leipzig geboren. Mit 17 konnte er erstmals seine Arbeiten auf der Leipziger Messe zum Verkauf ausstellen. Damals bevorzugte er Stadtansichten. Seit 1985 sind die Alten Meister mit ihrer Feinmalerei seine Vorbilder und er widmet ihren Werken den Großteil seines Schaffens als Kopist. Die Ausstellung ist bis 30. Dezember im Alten Friedhof, Teichstraße 7, zu sehen. Tina Barheine

Tina Barheine

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

 

[image:phpKCtDk920091119160526.jpg]
Dölzig. Die Sehenswürdigkeiten und Attraktionen Dölzigs, Kleinliebenaus und der Umgebung besser zu präsentieren, ist seit über einem Jahr Idee des Heimatvereins Dölzig gewesen.

19.11.2009

Es ist der normale Lauf der Dinge, dass nach Schulabschluss die einstigen Klassenkameraden in alle Himmelsrichtungen verstreut ihren weiteren Lebensweg gehen. Meist hört man dann auch lange nichts mehr voneinander.

12.11.2009

Die Musketiere machen ihn vor, bei „Fluch der Karibik“ wird er gezeigt und selbst Miss Marple zeigt ihn: Den Kampf mit Florett oder Degen. Der Bühnenkampf gehört zu jeder professionellen Schauspielausbildung.

26.10.2009