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Schkeuditz Letzte Ratssitung von Oberbürgermeister Jörg Enke
Region Schkeuditz Letzte Ratssitung von Oberbürgermeister Jörg Enke
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08:58 19.06.2017
Zu seiner letzten Stadtratssitzung als Oberbürgermeister wird Jörg Enke (Freie Wähler, Mitte) von seinen Unterstützern dankbar verabschiedet. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

Nur bei genauerem Hinhören war im Verlauf der Stadtratssitzung am Donnerstagabend zu registrieren, dass es die letzte Sitzung des Oberbürgermeisters Jörg Enke (Freie Wähler) gewesen ist. Gewohnt knapp waren seine Antworten auf Fragen der Stadträte und gewohnt zügig ging es durch die Tagesordnung. Häufiger als sonst aber war bei Beschlüssen, die die fernere Zukunft betrafen, der Einschub „aber das müssen Sie dann entscheiden“ zu hören. Auch eine Empfehlung beziehungsweise einen Rat gab Enke zu einem Antrag aus den Reihen der Grünen-Fraktion.

Es ging um die Standortfindung für eine innerstädtische Kindertagesstätte. Nach anfänglich sechs von der Verwaltung vorgeschlagenen stadteigenen Grundstücken, waren am Donnerstag noch drei mögliche Flächen übrig (die LVZ berichtete). Grünen-Stadträtin Evelyn Hütel hatte dazu gleich zwei Anträge formuliert: Zum einen sollte das Areal in der Oststraße aus der Liste gestrichen werden. „Dabei handelt es sich um den wohl lautesten Ort in Schkeuditz; das ist ein Lärm-Hotspot“, begründete Hütel. Zum anderen sollte auch ein Grundstück im Baugebiet „Hallesches Feld“ in Betracht gezogen werden, weil dort wohl künftig der größte Zuzug von Familien zu verzeichnen sein werde.

Das Problem: Im Baugebiet gehört der Stadt keine Fläche. Für eine Kita für 100 bis 150 Kinder bräuchte man aber ein etwa 2000-Quadratmeter-Areal, erwähnte Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler). „Das bedeutet zusätzliche Kosten“, merkte Enke an. Außerdem solle der Gutachter – per Beschluss soll er die potenziellen Kita-Flächen in mehrfacher Hinsicht prüfen – genau hinschauen. Dazu müsse er aber die genaue Lage und Größe kennen. „Ich rate davon ab, eine Fläche jetzt mit zu betrachten. Wenn man das aber will, sollte man parallel zur Arbeit des Gutachters mit dem Eigentümer Kontakt aufnehmen“, empfahl Enke.

Übrigens: Der Bürgermeister Dornbusch erwähnte im Zusammenhang mit der Kita-Flächen-Suche laufende Verhandlungen mit einem Träger einer bereits bestehenden Einrichtung in der Stadt. „Es geht um eine eventuelle Erweiterung der Einrichtung“, sagte er. Auf Stadtrat-Nachfrage sollen auch da zusätzlich etwa 100 Betreuungsplätze möglich werden. Wie auch einige andere Informationen am Sitzungsabend, sollte die konkrete Benennung der Einrichtung aber nicht in der Öffentlichkeit, sondern im nichtöffentlichen Teil der Sitzung erfolgen.

Als die Räte Anfragen an die Verwaltung stellen konnten, begab sich Jens Kabisch, Fraktions-Chef der SPD, an das Rednerpult. In einer würdigenden Rede dankte er Jörg Enke für 14 erfolgreiche Jahre als Stadtoberhaupt. Enke habe die Stadt als Stratege, Planer, Vermittler und ausgestattet mit Weitsicht und Besonnenheit verändert und weiterentwickelt. Kabisch zählte Verdienste Enkes auf: „Kurz nachdem du im Sommer 2003 die Tätigkeit als Bürgermeister aufgenommen hast, ist mit der wirtschaftlichen Schieflage und der drohenden Insolvenz der Schkeuditzer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft eines der größten Probleme bekannt geworden, vor dem die Stadt bisher stand“, erwähnte Kabisch. Das Ergebnis heute sei die weitgehend erfolgreich abgeschlossene Sanierung der Stadttochter. Schkeuditz könne auf eine solide und wirtschaftlich gesunde Wohnungsgesellschaft bauen. „Ein maßgebliches Verdienst von dir“, betonte Kabisch. Ein weiterer Erfolg sei der erst kürzlich beendete Rechtsstreit mit dem einstigen Sanierungsträger Stadtentwicklung Südwest gGmbH (Steg) aus Stuttgart. „Das Verdienst, das Verfahren mit der Steg zum Wohl unserer Stadt abgeschlossen zu haben, bleibt deines“, sagte der SPD-Chef.

Das Gesicht der Stadt habe sich in der Amtszeit Enkes positiv verändert: „Vergleicht man Bilder von 2003 mit heutigen, ist die Innenstadt nicht wiederzuerkennen“, sagte Kabisch und führte auch Veränderungen in den Ortsteilen an. Gemeinsam mit den Fraktions-Chefs Reiner Ehnert (Linke) und Thomas Knauf (Freie Wähler) dankte Kabisch dem Stadtoberhaupt. Worte des Dankes aus den Reihen von CDU/FDP oder den Grünen gab es keine.

Von Roland Heinrich

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