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Schkeuditz "Leute wollen Plätze reservieren"
Region Schkeuditz "Leute wollen Plätze reservieren"
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16:50 19.05.2015
An Ausflüge zur Domholzschänke ist derzeit nicht zu denken. Bis zur Tischkante stieg bisher die durch den Freisitz fließende braune Brühe. Im Gebäude kämpft Pächter Mario Freitag gegen eindringendes Wasser. Quelle: Michael Strohmeyer
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Schkeuditz

Auf dem Weg dorthin setzte es die Domholzschänke unter Wasser. Kleinliebenau selbst wird durch den Deich geschützt.

"Es sieht sehr schlecht aus, das Wasser draußen steht einen Meter hoch und strömt wie ein Fluss. Von den Möbeln im Freisitz sehen wir nur noch die Tischplatten. 2011 stand das Wasser wie ein See. Jetzt reißt die Strömung sogar Sandsäcke mit", schilderte gestern am Telefon Silke Swillims die Lage aus ihrer Wohnung in der Domholzschänke. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und Restaurant-Pächter Mario Freitag sowie der neunjährigen Tochter harrt sie in dem Ausflugslokal aus. "Das Wasser steht schon knöcheltief im Restaurant. Die elektrischen Geräte sind hin. Uns aber geht es gut, wir haben alles was wir brauchen, Getränke und Lebensmittel nach oben geschafft. Auch der Strom ist noch da", erzählte die 36-Jährige.

Dankbar blickte sie auf den Abend zurück, als Schkeuditzer Feuerwehrleute versuchten, mit dem Auslegen von Folien und reichlich Sandsäcken das beliebte Ausflugslokal vor den herannahenden Fluten zu schützen: "Die Kameraden waren lange da, die waren super, ganz toll. Sie haben alles versucht." In der Nacht dann kam das Wasser. "Gegen 1 Uhr fing es an, plötzlich sah ringsum alles ganz schwarz aus, es war wie in einem Horrofilm. Gegen 2 Uhr hörte man es dann plätschern. Und gegen 4 Uhr in der Dämmerung haben wir dann das ganze Ausmaß gesehen", erzählte Swillims und führte fort: "Wir wissen nicht, wie es jetzt weitergehen soll. Wir hoffen auf Unterstützung und darauf, dass der Nahle-Auslass bald geschlossen wird, dann soll ja binnen zwölf Stunden das Wasser, heißt es, hier wieder weg sein." Bei all dem kann sie aber auch noch lachen, als sie erzählt: "Es rufen sogar heute noch Leute an, die für morgen Plätze reservieren wollen, weil sie einen Ausflug in die Aue planen. Lesen die denn gar keine Zeitung?"

"So hoch war das Wasser 2011 nicht", sagte Erhard Zeinert gestern, als er von Kleinliebenau aus hinter den Damm schaute. Sorgen macht sich der 65-Jährige aber dennoch nicht. "Im Ort hat das Wasser noch nie gestanden. Nur 1954 ist es in den Ort vorgedrungen. Da gab es aber den Damm noch nicht", weiß Zeinert. Und dieser Damm ist nach einer umfänglichen Sanierung gerade erst im März fertiggestellt worden, bestätigte Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung (LTV). "Der hält wie eine Eins", sagte er gestern auf LVZ-Anfrage.

Etwas besorgter zeigte sich Sabine Kühn. 2005 ist sie von Böhlitz-Ehrenberg hierher, ins zweite Haus hinter dem Damm, nach Kleinliebenau gezogen. "Nein, einen Notfallplan haben wir nicht. Wir können nur hoffen, dass der Deich hält", sagte die 53-Jährige.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.06.2013

Olaf Barth / Roland Heinrich

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