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Schkeuditz Lindenwerkstätten helfen auf dem Weg ins Arbeitsleben
Region Schkeuditz Lindenwerkstätten helfen auf dem Weg ins Arbeitsleben
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22:30 12.05.2014
Nicole Dockhorn präsentiert Keramikarbeiten. Sozialarbeiterin Franziska Laue, Kathleen Sommerfeld und Sandra Fritzsche (v. l.) führen Besucher durch die Lindenwerkstätten. Quelle: Peggy Hamfler
SCHKEUDITZ

So berichtete Renata Sirges, Leiterin der Schkeuditzer Einrichtung: "Zum Beispiel durch einen Todesfall in der Familie können Depressionen entstehen. Aber auch Burnout kann dazu führen, dass ein Mensch dauerhaft krank geschrieben ist." Dadurch stünden kranke und behinderte Menschen, so Sirges, nur noch dem sogenannten dritten Arbeitsmarkt zur Verfügung.

Der studierten Diplombau-Ingenieurin sei es wichtig, Menschen wieder zu aktivieren und ins Arbeitsleben zu integrieren, ihrem Leben einen Sinn zu geben. Dafür bieten die Lindenwerkstätten Schkeuditz eine sechsmonatige Eingewöhnungsphase im Berufsbildungsbereich an. Alle zwei Monate wechseln die Neuankömmlinge den Arbeitsbereich. In der Wäscherei, dem Hauswirtschaftsbereich, der Keramik-, Papier- und Metallabteilung, aber auch in der Gärtnerei können Neuzugänge den Platz finden, der ihren Fähigkeiten entspricht.

SCHKEUDITZ. Was Besucher kaum wissen, aber bei Tagen der offenen Türen wie jetzt in Schkeuditz erfahren können: Es gibt nicht nur Behinderte in den Leipziger und Schkeuditzer Lindenwerkstätten, sondern auch vermehrt psychisch kranke Menschen.

18 Gruppenleiter und 83 psychisch und körperlich behinderte Angestellte sind derzeit in der Schkeuditzer Einrichtung tätig. Sandra Fritzsch und Kathleen Sommerfeld leiten Besucher in Begleitung von Sozialarbeiterin Franziska Laue durch die lichtdurchfluteten Hallen. Ob im Salat-Gewächshaus oder in der Keramikabteilung - beide erklären mit Enthusiasmus die Arbeitsbereiche. Der Schkeuditzer Flughafen, aber auch DHL und andere Fimren seien Kunden. Zöpfe in pink, knallgrün und blau sortieren Angestellte der Papierabteilung, Leim wird in Flaschen abgefüllt und etikettiert. In der Wäscherei duftet es frisch: Metergroße Waschtrommeln und literweise verschiedene Sorten von Waschpulver nutzen derzeit 18 Behinderte, um für Kindergärten im Umland Wäsche, Wischlappen und Bezüge zu reinigen. Marco Schmischke, Gruppenleiter der Metallabteilung, ergänzt: "Die Wäscherei ist völlig ausgebucht, wir haben aber noch freie Kapazitäten für Kunden, die Metallarbeiten benötigen. Wir können unter anderem Klingeln verpacken, Löcher bohren, Schmuck sortieren, Lampenfassungen zusammenschrauben oder Schließanlagen zusammenbauen."

Buntbemalte Vasen und Teelichtkugeln stellt Mitarbeiterin Nicole Dockhorn in der Keramikabteilung zum Verkauf her. "Ich arbeite seit zehn Jahren hier. Oft forme ich Vasen, die besonders gefragt sind, aber auch Untertöpfe für Pflanzen, damit es am Ende nicht zu eintönig wird", berichtet die Mitarbeiterin.

Die Besucherinnen Vera Rose und Sandra Wendland sonnen sich auf einer Bank vor dem Gewächshaus, Rose lobt: "Die Räume sind wunderbar hell und groß, auch die künstlerische Abteilung gefällt mir. Aber ich würde mir wünschen, dass nächstes Mal mehr praktische Arbeiten gezeigt werden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.05.2014

Peggy Hamfler

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