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Malerei in zwei Stilarten

Malerei in zwei Stilarten

Malen wollte Klaus König schon immer, aber erst seitdem er Rentner ist, widmet sich der Leipziger dieser Leidenschaft. Der 71-Jährige zeigt nun seine Bilder in der Ausstellung „Zwischen Realismus und Impressionismus“ von morgen an bis zum 21. März in der Schkeuditzer Art Kapella.

Schkeuditz. König vertritt die realistische Malerei. Die im Titel aufgeführte Seite des Impressionismus repräsentieren Werke des Schkeuditzer Künstlers Heinz Mutterlose (1927-1995). Die beiden Kunstrichtungen stehen sich nicht nur in der Bildsprache gegenüber, sie sind auch im Ausstellungsraum vis-á-vis angeordnet – getreu dem Titel der jährlichen Reihe: „Gegenüber und doch Miteinander“. Schmunzelnd beschreibt König seinen Hang zur realistischen Darstellung: „Ich male so, wie ich es am besten kann. Es muss mir gefallen und dann hoffentlich auch den anderen.“ Seine Bilder zeigen Landschaften, Stadtansichten oder Naturmotive. Ein großes Bild fällt schon beim Betreten der Art Kapella ins Auge, die Stadtburg Alhambra in Granada im Süden Spaniens. Auch das Matterhorn und die Eiger-Nordwand hat König, auf Leinwand festgehalten, die Eindrücke von seinen Reisen mitgebracht. „Angefangen habe ich mit Stillleben zum Beispiel von Blumensträußen“, erinnert sich der Künstler. Das war vor etwa zehn Jahren. Mittlerweile sei sein Arbeitszimmer in Leipzig gut gefüllt. Hier in Schkeuditz zeigt er etwa zwölf seiner Werke. Hauptsächlich sind es Pastelle und Öl-Gemälde. Wer sich in Leipzig auskennt, wird auch einige Motive wieder finden: Das Palmengartenwehr am Elsterbecken oder die mittlerweile abgerissene ehemalige Hals-Nasen-Ohrenklinik in der Liebigstraße. Besucher aus Schkeuditz können insbesondere in den Bildern von Heinz Mutterlose Altbekanntes entdecken zum Beispiel die einstige Altscherbitzer Brücke oder einen Blick auf das frühere Kursdorf. „Die älteren Bilder meines Mannes sind noch etwas realistischer“, betont die Witwe Elisabeth Mutterlose, „die Neueren gehen eher in Richtung Impressionismus“. Auf die Frage, ob sie ein Lieblingsbild habe, antwortet die 84-Jährige, dass sie alle Bilder ihres Mannes liebt. Eines der Ausstellungsstücke ruft Erinnerungen an einen Urlaub an der Ostsee in Zinnowitz hervor: „Das war 1985 nach einem strengen Winter. Am Strand türmten sich Meter hohe Schneebarrieren.“ Dann zeigt sie auf zwei Gemälde, auf denen die Elisabethbrücke in Budapest zu sehen ist. „Sehen Sie den Unterschied?“, fragt die Seniorin, „das eine ist bei Sonnenschein entstanden. Für das andere konnte er nur einige Skizzen machen und musste es später fertig stellen, weil ein Unwetter los brach.“ Die Wolkentürme über den Brückenpfeilern geben einen Eindruck davon wieder. So kann Elisabeth Mutterlose zu jedem Gemälde eine Geschichte erzählen. „Die Ausstellung ist nur ein kleiner Ausschnitt. Zu Hause im Atelier hängen noch viele mehr“, so Mutterlose. Sie und Klaus König werden morgen zur Vernissage ab 11 Uhr in der Art Kapella, Teichstraße 7, sein. Die beiden stehen gemeinsam mit den Nachlassverwaltern Heinz Mutterloses, dem Ehepaar Ingrid und Volker Kuhnt, Rede und Antwort. Zuvor wird Organisator Gerd W. Fiedler in die Ausstellung einführen. Der Kurator freut sich über die kurzfristige Zusage von König und Mutterlose. Denn „Zwischen Realismus und Impressionismus“ ersetzt die aus organisatorischen Gründen kurzfristig abgesagte Ausstellung „Augenreise“, die in Zusammenarbeit mit der Lessingschule stattfinden sollte.

Susanne Weidner

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