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Schkeuditz Mehr Platz fürs Hochwasser: Brücke soll umkonstruiert werden
Region Schkeuditz Mehr Platz fürs Hochwasser: Brücke soll umkonstruiert werden
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13:55 19.05.2015
Der jetzt als Querbalken unterhalb des Laufganges zu sehende Brückenteil soll nach einer Neu-Konstruktion verschwinden. Dadurch soll mehr Platz für das Wasser der Weißen Elster geschaffen werden. Die Planungen dafür können jetzt beauftragt werden. Quelle: Roland Heinrich

"Wir hatten Angst, dass die Brücke im benachbarten Sachsen-Anhalt landet. Zum Glück schwammen kein Baum oder ähnliches auf dem Wasser. Das hätte an der Brücke erheblichen Schaden anrichten können", erinnerte sich Bürgermeister Lothar Dornbusch (Freie Wähler) während der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses (TA). Ähnliche Situation, wie sie im Juni 2013 existierte, kann wieder eintreten. Deshalb will die Stadt die Holzbrücke für Fußgänger und Radfahrer derart umkonstruieren, dass ein künftiges Hochwasser mehr Platz unter dem Bauwerk hat.

Mit Mitteln aus dem sächsischen Programm zum Wiederaufbau nach dem Hochwasser im letzten Jahr soll dieser Umbau finanziert werden. Grünes Licht für die Förderfähigkeit hat es nach der Anmeldung des Vorhabens bereits im September gegeben, informierte Dornbusch. Nun müssten die Planungen durch ein Büro so erarbeitet werden, dass ein Förderantrag gestellt werden kann. Das kostet die Stadt etwa 10 000 Euro, die vorfinanziert werden müssen. Sollte zum Antrag auf Fördergeld dann positiv entschieden werden, würden diese Planungskosten zu 100 Prozent in die Stadtkasse zurückfließen. Auch der eigentliche Umbau der Brücke, dessen Kosten die Verwaltung auf etwa 312 000 Euro schätzt, würde komplett gefördert werden.

"Die Städte und Gemeinden erhalten bis zu 100 Prozent der Schäden an kommunalen Verkehrswegen ersetzt, die das Hochwasser 2013 verursacht hatte", teilte auch Peter Welp, Sprecher der Zentrale des Landesamtes für Straßenbau- und Verkehr (Lasuv), mit. Die Gelder kommen aus dem Aufbauhilfefonds der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaates Sachsen. "Noch bis 30. Juni 2015 können Gemeinden diese Förderungen beantragen", informierte Welp.

Auch wenn bei der neuen Brückenkonstruktion von einer Anhebung die Rede ist und in der Kostenschätzung auch eine Treppe erwähnt wird, können Nutzer des Elster-Radweges, welcher über die Brücke führt, beruhigt durch­atmen. Sie müssen ihre Räder nicht auf und von der neuen Brücke tragen: "Die Brücke bleibt ebenerdig", sagte Stadtsprecher Helge Fischer gestern auf Nachfrage der LVZ. Die erwähnte Treppe führe nicht auf die dann höhere Brücke, sondern entlang der Böschung und diene zu Service-Arbeiten.

Was jetzt dem Wasser mehr Platz einräumen soll, ist eine neue Konstruktion des Brückenaufbaus als sogenanntes Trogbauwerk. Dabei entfällt der unterhalb des Laufganges als Quer- und Stützbalken verlaufende Brückenteil. Somit bleibt die Brücke in ihrer Lage quasi gleich. Unterhalb aber ist mehr Luft für eventuelle Wassermassen.

Für die Ausgabe der Planungskosten stimmten jetzt die TA-Mitglieder. Auch wenn das Risiko der Fördermittel-Ablehnung durch die Stadtverwaltung als gering eingeschätzt wird, bestehe es noch. Ungeachtet dessen hätte die Stadt mit den Planunterlagen eine gute Grundlage für die in den nächsten zehn Jahren anstehende Sanierung am 21 Jahre alten Bauwerk. Zwischenzeitlich sind bereits Reparaturarbeiten ausgeführt worden. Bei Förderung wäre die Brücke mit einer Nutzungsdauer von 20 bis 40 Jahren neuwertig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.06.2014
Roland Heinrich

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