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Schkeuditz Menzel und Kiffmeier zeichnen düsteres Bild
Region Schkeuditz Menzel und Kiffmeier zeichnen düsteres Bild
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14:31 19.05.2015
Björn Menzel, Jens Kiffmeier, Ohne Macht - Zerfall der Gesellschaft, Kampf gegen Rechts, Schkeuditzer Buchverlag, 148 Seiten, 12,90 Euro Quelle: Privat

Zwei Jahre haben der freie Journalist aus Leipzig und der Redakteur bei den Kieler Nachrichten dafür recherchiert.

Sie zeichnen ein düsteres Bild: In Koblentz, einem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, wähle ein Drittel der Bewohner die rechtsextreme NPD, weil diese mal ein Osterfest organisiert hätte. In Stresow, ein abgelegenes Dorf in Sachsen-Anhalt, wählt jeder vierte der 139 Einwohner rechts - die Bürgermeisterin - inzwischen hat sie ihr Amt niedergelegt - macht die Augen zu und resigniert, schreiben die Autoren. Jamel, ebenfalls im Mecklenburgischen, hatte als sogenannte National befreite Zone bereits Schlagzeilen gemacht, bevor sich Menzel und Kiffmeier dorthin begaben. Etwa 24 der 40 Einwohner seien offen bekennende Rechtsextreme oder sympathisieren mit den Rechten, schreiben die Journalisten.

Überall da, wo die beiden Autoren mit Bewohnern oder Politikern in Gespräch kommen, schlägt Ihnen Resignation oder das Gefühl, im Stich gelassen zu werden entgegen. Doch warum ist das so, fragen sie. Als Reportagebuch wollen Menzel und Kiffmeier ihr Werk verstanden wissen. Sie wollen das Augenmerk auf jene Menschen lenken, die sich dem braunen Tun entgegenstellen und dokumentieren, wie ihr Kampf im Räderwerk der Machtapparate erschwert wird, heißt es im Prolog.

Die beiden 35-Jährigen sehen die Gemeinderäte als die eigentlich wichtigsten Säulen der Demokratie an. Die Mitglieder sind Vertreter aus der Mitte des Volkes, direkt gewählt. "Doch leider haben sie jegliche Macht und Mitbestimmung verloren. Sie haben in den meisten Fällen nichts zu entscheiden", schreiben die Autoren. Die Macht verschiebe sich seit Längerem von unten nach oben.

Zeitlich passender konnte die morgige Lesung, die in der ­Tagungslounge in Leipzig, Katharinenstraße 6, um 20 Uhr beginnt, kaum gewählt werden. Auch der Ort Leipzig ist keine schlechte Wahl. Denn hier wird teils Seite an Seite mit dem rechten Rand von diversen Bürgern gegen Moscheebau oder Asylbewerberheim gewettert.

Lesenswert ist besonders das abschließende Interview mit dem Jenaer Jugendpfarrer Lothar König. In Dresden stellte er sich 2011 Rechtsextremisten in den Weg und wurde angeklagt. Im Juli 2013 wurde der Prozess ausgesetzt. Roland Heinrich

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.03.2014
Roland Heinrich

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