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Messflüge für die Sicherheit

Messflüge für die Sicherheit

Am Flughafen Leipzig/Halle tauchen hin und wieder Maschinen auf, die hier wahrlich nicht jeden Tag zu beobachten sind. Vor einigen Monaten war es ein Awacs-Aufklärungsflugzeug der Nato, das hier mit seinem markanten Antennen-Aufbau im sogenannten Touch-and-Go-Verfahren den An- und Abflug übte.

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Diese spezielle Messflugzeug kreist über dem Flughafen und zieht die Aufmerksamkeit auf sich.

Quelle: Michael Strohmeyer

Schkeuditz. Vor kurzem trainierten hier auch wieder Piloten auf dem Riesenvogel A 380. Und zwischendurch zog das größte Frachtflugzeug der Welt, die AN 225, wegen eines Sondertransportes mal wieder die Spotter aus Nah und Fern nach Schkeuditz. Viel, viel kleiner, aber nicht weniger auffällig war jene Maschine, die vor kurzem immer wieder über dem Airport kreiste und ebenfalls Aufmerksamkeit erregte.

Die weiß-orange gespritzte zweimotorige Propellermaschine vom Typ Beechcraft Super King Air 350 drehte ihre Runden und zog fragende Blicke auf sich. Stefan Jaekel von der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) weiß, was es damit auf sich hat und beantwortet die Anfragen der LVZ. "Hierbei handelte es sich um ein Vermessungsflugzeug. Bei seinen Flügen werden die Landenavigationshilfen der Start- und Landebahnen vermessen", erklärte Jaekel. Konkret gehe es dabei um die Instrumentenlandesysteme (ILS). Es würden die Genauigkeit der Anlagen sowie deren fehlerfreie Funktion überprüft. "Dies geschieht zum einen von der Luft aus. Das übernimmt unsere Tochterfirma FCS, die in unserem Auftrag auch an anderen deutschen Flughäfen die Vermessungsflüge durchführt. Und zum anderen erfolgt zeitgleich vom Boden aus eine Überprüfung, die von DFS-Ingenieuren vorgenommen wird", erklärte Jaekel.

Bei den jetzt stattgefundenen Überflügen wurde die Vermessung der ILS-Anlagen an der Südbahn durchgeführt. Dazu wurden beide Landerichtungen mit Anflügen aus Osten und Westen beflogen. Je nach Wetterbedingungen würden solche Vermessungen meist ein bis zwei Tage dauern, teilte Jaekel weiter mit und ergänzte: " Sie finden pro ILS regelmäßig, in der Regel halbjährlich, statt. Die Kontrolle vom Boden aus erfolgt sowohl punktuell durch die Kollegen als auch dauerhaft durch entsprechende Überwachungssysteme, um beispielsweise mögliche Beeinflussungen durch Wetterphänomene festzustellen."

Um die Lärmbelastung mit diesen Überflügen möglichst gering zu halten, werden solche Vermessungsflüge laut Jaekel am Flughafen Leipzig/Halle ausschließlich tagsüber durchgeführt. "Doch ganz können Lärmbelästigungen in dieser Überprüfungszeit bedauerlicherweise nie ausgeschlossen werden", sagte Jaekel und erläuterte, weshalb dies Flüge stattfinden müssen: "Grundsätzlich sind diese Flugvermessungen unerlässlich für die Sicherheit im Flugverkehr, im konkreten Fall am Standort Leipzig/ Halle. Die Instrumentenlandesysteme helfen den Piloten bei dem Endanflug, indem sie ihm anzeigen, ob er zu hoch, zu tief, zu weit rechts oder zu weit links anfliegt. Entsprechend kann er dann korrigieren und wird so den optimalen Aufsetzpunkt finden, also eine sichere Landung durchführen können, insbesondere auch bei schlechtem Wetter."

Für an Technik Interessierte fügt Jaekel weiter aus, dass diese ILS unter anderem aus einem Gleitwegsender und einem Landekurssender bestehen: "Der Gleitwegsender dient als horizontale Hilfe, also um das bereits erwähnte ,zu weit rechts oder zu weit links' zu verhindern. Der Landekurssender zeigt an, ob die Höhe und daraus resultierend der Anflugwinkel korrekt sind."

Damit Instrumentenlandesysteme dem Piloten entsprechende Signale geben können, müssten diese Systeme regelmäßig vermessen werden, etwa dahingehend, mit welcher Qualität die Signale erfolgen oder wie hoch etwaige Abweichungen sind. Diese werden mit internationalen Vorgaben abgeglichen, um gegebenenfalls Systemumstellungen oder Korrekturen vorzunehmen. Die Entscheidung darüber wird in der DFS-Unternehmenszentrale in Langen gefällt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.08.2014
Olaf Barth

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