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Schkeuditz Mieternachfrage bei Schkeuditzer Wohnungsverwaltung nimmt zu
Region Schkeuditz Mieternachfrage bei Schkeuditzer Wohnungsverwaltung nimmt zu
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00:18 12.12.2016
Hauptsächlich in der Schkeuditzer Innenstadt befinden sich die rund 1500 Wohnungen der SWV (eingefärbt). Sie erfreuten sich im letzten Jahr großer Nachfrage. Quelle: Patrick Moye
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Schkeuditz

Dass Schkeuditz vom Zuzug in der großen Nachbarstadt Leipzig, vom sogenannten Leipzig-Boom, profitiert, belegen zum einen die steigende Einwohnerzahl und zum anderen diverse Wohnungsbauprojekte, die in der Flughafenstadt momentan angeschoben werden. Auch bei der Schkeuditzer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (SWV) wirkt sich das positiv aus. „Schon 2015 war ein für uns gutes Jahr, 2016 wird da wohl noch besser“, sagte der SWV-Geschäftsführer Gerald Fritzsche.

Seit 2004 saniert sich das städtische Unternehmen im Rahmen eines finanziellen Sanierungskonzeptes. Zu jener Zeit startete auch Fritzsche mit seiner Geschäftsführer-Tätigkeit. „Ich war damals 39 Jahre und stand vor einem 44-Millionen-Euro-Schuldenberg“, sagte der heute 51-Jährige. Inzwischen habe die SWV die Verbindlichkeiten gegenüber den Kreditinstituten auf 32 Millionen Euro abgebaut. Noch bis zum Jahr 2023 soll eine sogenannte Konsolidierungsphase laufen. Wobei die Investitionen in dieser Zeit nicht mehr so üppig ausfallen werden wie bei der Sanierung der Wohnhäuser in der Goethestraße.

Die 1725 Wohnungen, die 2004 noch zur SWV gehörten, sind in den vergangenen Jahren auf jetzt rund 1500 Wohnungen reduziert worden. Eine sogenannte Bestandsbereinigung, also Abrisse, ist 2014 beendet worden. Waren vor fünf Jahren noch 15,5 Prozent der Wohnungen unvermietet, sind es im letzen Jahr nur noch etwa zehn Prozent gewesen. Auch der Anteil der Mieter, die aus dem Umland kommen, hat sich in dieser Zeit verändert, meinte Fritzsche, Seien es 2011 noch etwa 30 Prozent gewesen, die von außerhalb kommend eine Wohnung in Schkeuditz suchten, kämen jetzt mehr als die Hälfte der Wohnungsinteressenten nicht aus Schkeuditz. Gewisse Wohnungstypen oder -größen, wie etwa Ein-Raum-Wohnungen, seien inzwischen ein rares Produkt. „Die Nachfrage hat sich deutlich erhöht“, sagte Fritzsche erfreut.

Die Vermietung sei auch das Kerngeschäft der Wohnungsverwaltung, von ihr sei das Unternehmen abhängig. Statistisch gesehen verzeichne die SWV aber pro Jahr rund 97 500 Euro Mietschulden, also 65 Euro pro Wohnung. „Wir würden das fehlende Geld lieber zusätzlich in unsere Wohnungen investieren“, sagte Fritzsche. Trotzdem versuche die SWV in jedem Fall, in Gesprächen mit Mietern Wege weg von den Mietschulden zu finden. Lösungen seien fast immer gefunden worden.

Die Sanierung des Wohnungsbestandes stellt laut Fritzsche in den nächsten sieben Jahren keine so große Investition dar und werde nach wie vor aus Eigenmitteln vorgenommen. „Wir werden an einigen Häusern Dächer und Fassaden sanieren, Eingangstüren erneuern und auch einige Balkone anbauen“, verriet der Geschäftsführer, ohne konkrete Wohnhäuser und Umsetzungszeiten zu nennen. „Eine so große Maßnahme wie in der Goethestraße wird es jetzt aber erst mal nicht geben“, meinte Fritzsche. Dort habe man im Nachhinein alles richtig gemacht: Es herrsche Vollvermietung und neue Mieter wären bei einer leeren Wohnung dort schnell gefunden.

Das Wohnen bei der SWV soll auch künftig „bezahlbar“ bleiben: Der durchschnittliche Mietpreis liege momentan bei 4,35 Euro pro Quadratmeter. In den letzen fünf Jahren habe sich dieser Preis um zehn Cent erhöht. Hinzu komme ein Betriebskostenanteil, der sich mit 2,06 Euro – im Vergleich zum sächsischen Durchschnitt bei 2,24 Euro – durchaus sehen lassen könne. Auch wenn die Nachfrage steigt: „Momentan ist es nicht geplant, die Mieten zu erhöhen“, sagte der SWV-Chef.

Von Roland Heinrich

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