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Minister Morlok: Schkeuditz braucht keine neue Landebahn

Minister Morlok: Schkeuditz braucht keine neue Landebahn

Die Bürgerinitiative Gegenlärm Schkeuditz hat sich in ihrer jüngsten Zusammenkunft mit dem geplanten DHL-Anbau und mit den Aussagen von Nordsachsen Landrat Michael Czupalla (CDU) befasst.

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Blick auf das DHL-Vorfeld im südlichen Teil des Airports. In der Bildmitte links neben den Flugzeug-Stellflächen ist die große DHL-Lagerhalle zu sehen, etwas versetzt dazu steht ein Hochregallager. Auf der noch freien Rasenfläche links neben den Flugzeugen unterhalb der bisherigen Halle soll nun eine zweiter Flachbau dieser Art entstehen.

Quelle: Uwe Schossig

Schkeuditz. Bezüglich des Ausbaus befürchten die BI-ler mehr Fluglärm, hoffen zugleich aber auch auf das neue Gebäude als Lärmschutzwand. Derweil hat Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) einer neuen Start- und Landebahn eine Absage erteilt.

BI-Sprecher Oliver Gossel ist noch immer etwas verwundert darüber, dass bis letzten August von den Erweiterungsplänen bei DHL nie die Rede war. "Es hieß seitens des Flughafens immer, dass nichts geplant ist", sagte Gossel gestern. Allerdings räumt er auch ein, dass der Flughafen zu diesem Zeitpunkt "vielleicht wirklich noch nichts gewusst" hat. Die BI war aus den regelmäßigen Gesprächsrunden mit Vertretern des Flughafens, der Stadtverwaltung und der Fraktionen ausgestiegen. Zu wenig Ergebnisse, nachlassendes Interesse bei den Parteien hießen die Gründe (die LVZ berichtete).

Enttäuscht hatten die BI-Vertreter auch die jüngste Sitzung des Technischen Ausschusses verlassen. Hier hatten zwei DHL-Mitarbeiter die Pläne für die 150-Millionen-Investition vorgestellt. "Da wurde nur erzählt, was aus der Zeitung bekannt war. Dazu, wie sich der Lärm entwickeln und was gegen zusätzliche Belastungen unternommen wird, wurde nichts ausgeführt", fasste Gossel aus Sicht der BI zusammen. Äußerst skeptisch sehe man die Aussage, die Anzahl der Flugbewegungen würde sich nicht erhöhen. "Wir befürchten, dass bei dieser Kapazitätserhöhung in einem Jahr mehr Flugzeuge fliegen und die Lärmbelastung damit weiter steigt", so Gossel. DHL hatte allerdings versichert, dass die mit der neuen Halle und Sortieranlage zusätzlichen Luftfracht-Kapazitäten mit größeren Flugzeugen aufgefangen werden.

Als positiv schätzt auch die BI den erhofften Lärmschutzwall-Effekt der neuen Halle ein. Die könnte den Bodenlärm von Papitz und Modelwitz etwas abhalten. Sofern sich die Lücke zwischen den beiden Gebäuden, die dann mit einer Brücke verbunden sind, nicht als eine Art Lärmschlauch erweist, gibt Gossel zu bedenken. DHL will das nach eigener Aussage mit einem Gutachten untersuchen lassen. Auch die 400 geplanten neuen Arbeitsplätze werden grundsätzlich positiv, aber auch kritisch gesehen. Gossel: "Sicher ist es für einige eine Chance, den Einstieg ins Berufsleben zu schaffen. Dennoch ist bekannt, dass dies in der Regel nicht die bestbezahltesten Jobs und meist Teilzeitstellen sind, so dass die Betroffenen am Ende doch auch wieder aufstocken müssen."

Eine klare Absage erteilt die BI Überlegungen, eine dritte Start- und Landebahn in Schkeuditz zu bauen. Landrat Czupalla hatte das zur Sicherung des Logistik-Standortes wiederholt ins Spiel gebracht. "Da spielen sicher Überlegungen eine Rolle, hier vielleicht den Luftfracht-Dienstleister FedEx ansiedeln zu wollen. Der will ja eine eigene Bahn, falls er hier ein Luftfrachtdrehkreuz wie DHL errichtet. Doch daran glauben wir nicht", sagte Gossel. Und seine Mitstreiterin Evelyn Hütel zeigte sich gestern erbost darüber, dass Czupalla darüber nicht im Stadtrat reden möchte und es von ihm "kein Wort über mögliche Belastungen für unsere Stadt" gab.

Unterdessen liegt die Antwort auf eine Kleine Anfrage im Sächsischen Landtag vor. Die Grünen-Abgeordnete Gisela Kallenbach hatte sich nach Ausbaumaßnahmen am Flughafen erkundigt. In der Antwort von Wirtschaftsminister Morlok hieß es unter anderem: "Eine weitere Start- und Landebahn ist nicht erforderlich."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.02.2014
Olaf Barth

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