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Mit Fördergeld geadelt

Mit Fördergeld geadelt

Der Haynaer Strandverein kann die Sektkorken knallen ­lassen: Nach einem einstimmig gefassten Stadtratsbeschluss am Donnerstagabend kommt für sein Vorhaben "Biedermeierstrand" richtig viel Geld in die Kassen.

Schkeuditz. Insgesamt rund 190 000 Euro Fördergeld können nun fließen.

Christoph Zwiener vom Haynaer Strandverein ist glücklich: "Was da entstehen wird, wird toll!", sagte er. Mit den Förderungen, die zum einen vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) und zum anderen vom Kulturraum Leipziger Raum kommen, sollen sowohl die Bühne am sogenannten Biedermeierstrand als auch der Zuschauerbereich überdacht werden. "Das Dach über der Bühne wird zehn mal zehn Meter groß. Unter dem achteckigen Dach des Zuschauerbereiches finden etwa 450 Leute Platz", sagte Zwiener. Dies sei aber noch nicht alles, was mit der Förderung bezahlt werden soll: "Es kommt noch die Bestuhlung für die Gäste, wobei 200 Stühle bereits da sind", informierte der 52-Jährige. Weiterhin sollen sechs biologische oder Trockentoiletten aufgebaut werden.

Der Knackpunkt der Förderbescheide, die Ende Februar und Anfang März eingegangen waren, ist, dass bis Ende dieses Jahres das Vorhaben umgesetzt werden muss. "Das Bauen ist nicht das Problem. Das dauert vielleicht sechs Wochen", sagte Zwiener. Was Zeit in Anspruch nehmen wird, seien die Genehmigungen, die eingeholt werden müssten.

"Die Planungen für die Bühne sind fertig. Die muss sich derzeit ein Prüfer anschauen", erklärte das Strandvereins-Mitglied. Etwa sechs Wochen nehme das in Anspruch. Dann gehe man in die Ausschreibung und werde sich an regionale Firmen wenden. "Die Ausschreibungen müssen nach sächsischem Baugesetz erfolgen, da es sich ja um öffentliche Gelder handelt", wusste Zwiener. Die wasserrechtliche Genehmigung müsse noch eingeholt werden. Und für einen Uferrandstreifen am Schladitzer See - es seien etwa 600 Quadratmeter - müsse mit dem Oberbergamt noch ein Pachtvertrag ausgehandelt werden. Eine Baugenehmigung übrigens sei nicht vonnöten.

Weshalb der Stadtrat sich mit der Förderung des Projektes befassen musste, liegt zum einen an Formalitäten: Die Gelder können nur über den Umweg Stadtverwaltung abgefordert werden. Dafür musste ein Beschluss her, der laut Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) wohl einmalig in Schkeuditz Geschichte ist: "Noch nie sind in solcher Höhe überplanmäßige Einnahmen und deren Weitergabe beschlossen worden." Damit betrete die Stadt durchaus kompliziertes Neuland, meinte Enke. Der sogenannte Sitzgemeindeanteil der Stadt in Höhe von etwas mehr als 10 000 Euro, der für die Förderung durch den Kulturraum Voraussetzung ist, war hingegen bereits im Haushalt eingeplant.

"Wir betrachten den Beschluss für unser Projekt als Ehrbezeugung", sagte Zwiener gestern im Namen der etwa 40 Vereinsmitglieder. Die Arbeit des seit 2007 bestehenden Vereins habe durch die Förderung Anerkennung erfahren. Rund 200 000 Euro seien inklusive Fördergeldern bisher in das "Biedermeierstrand"-Projekt geflossen. "Nach der Umsetzung des Vorhabens eröffnen sich ganz neue Dimensionen", sagte Zwiener.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.04.2014
Roland Heinrich

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