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Schkeuditz Mit Nadel und Faden entsteht kleine Kunst
Region Schkeuditz Mit Nadel und Faden entsteht kleine Kunst
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06:00 03.03.2010
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Schkeuditz

Und nähen ist die Hauptbeschäftigung ihrer seit einem Jahr bestehenden Patchworkgruppe „Quilt-Elstern“. Die Gruppe besteht aus neun Damen aus Schkeuditz und Umgebung – Patchwork bezieht sich jedoch in diesem Fall auf die Bedeutung „Flickwerk“. Aus verschiedenen Stoff-Flicken fertigen die Frauen Muster und Formen an, die die sogenannten Quilts verzieren. Ursprünglich waren Quilts handgefertigte Steppdecken, jetzt werden vielerlei textiler Arbeiten so bezeichnet. Eine Ausstellung zeigt ab 28. März in der Art Kapella, was bisher genäht wurde. Lieblingsstücke und eigens angefertigte Werke zum Thema Feuer werden zur Schau gestellt. Eine Jury soll dann die schönsten Arbeiten prämieren. Quilts haben eine lange Tradition. „Anfänglich wurden sie hauptsächlich als Decken verwendet“, wie Kursleiterin Ingrid Walter erklärt, „wir stellen aber auch Kissenbezüge, Fensterschmuck oder Tischsets her.“ Die Kursteilnehmerinnen treffen sich erste gestern wieder, so wie an jedem ersten Dienstag im Monat, um 18 Uhr im Vereinshaus der Art Kapella am Rathausplatz. Hier wird seit der Gruppengründung im Februar letzten Jahres eifrig geheftet, abgesteckt, genäht und eben geschnattert. Daher auch die zweideutige Bezeichnung „Elstern“: Weil Schkeuditz am gleichnamigen Fluss liegt, die Mitglieder miteinander gern und viel plauderten und laut Ingrid Walter „manchmal auf die Stoffe reagieren, wie die Elstern auf was Glänzendes.“ Viele bunte Flicken werden für die Oberseite der Quilts benötigt. Diese bestehen in der Regel aus drei Lagen: der Schauseite, auch Top genannt, einer Zwischenlage aus Vlies und einer Rückseite. Damit die Schichten nicht verrutschen, werden sie mit kleinen Heftstichen zusammen genäht (gesteppt). So entstehen Luftpolster zur besseren Wärmespeicherung und geben dem Muster eine dreidimensionale Anmutung. Bereits im Mittelalter entdeckten Kreuzritter die so hergestellten Materialien im asiatischen Raum und brachten sie nach Europa. Als gequiltete Unterhemden unter Rüstungen, als Oberbekleidung oder auch Wandbehänge waren Quilts zu finden. Heute wohl am bekanntesten sind die amerikanischen Quilts, von den frühen Siedlern mitgebracht, als Brauch gepflegt und zum Teil zur Kunstform erhoben. „Die Schauseite wird mit ganz unterschiedlichen Formen verziert. Traditionelle Muster bestehen meist aus Drei- und Vierecken“, beschreibt Ingrid Walter. Die freie Gestaltung werde aber immer beliebter, „auch in unserer Runde“. Nicht nur im Kurs, auch in ihrer Creativ-Werkstatt nahe der Straßenbahnhaltestelle Schkeuditz/Gartenstadt steht die gelernte Industriekauffrau ihren „Elstern“ Rede und Antwort. Donnerstagnachmittag beantwortet sie Fragen, gibt Tipps zur Gestaltung oder hilft bei der Ideenfindung. Die eine oder andere Dame bleibt gleich da, setzt sich an die bereit gestellte Nähmaschine und tüftelt weiter an einem neuen Werk. Der wärmende Kamin leistet dabei einen nicht unwichtigen Beitrag.

Susanne Weidner

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