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Schkeuditz Mit der LVZ auf einem Fluglotsenplatz sitzen
Region Schkeuditz Mit der LVZ auf einem Fluglotsenplatz sitzen
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22:00 20.10.2017
Fluglotse Robert Arnold erklärt den LVZ-Leserglück-Gewinnern Rainhard Lüddecke und Werner Walter Fehre (von rechts), was auf den Monitoren zu sehen ist. Quelle: Foto: Roland Heinrich
Schkeuditz

„Das müssen wir jetzt erst einmal sacken lassen. Es war total toll!“, sagt LVZ-Leser Rainhard Lüddecke (65) nach der gut einstündigen Führung im Lotsen-Tower der Deutschen Flugsicherung (DFS). Diesen Blick hinter die Kulissen hatte er gemeinsam mit Werner Walter Fehre (79) beim LVZ-Leserglück gewonnen. Beide gehören nun zu den Wenigen, die das Innere der etwa 70 Meter hohen Kanzel am Flughafen Leipzig/Halle nicht nur gesehen, sondern vom Fluglotsen Robert Arnold auch detailliert, mit Ruhe und Humor erklärt bekamen. „Das hatte ich nicht erwartet, dass sich ein Lotse so viel Zeit für uns nimmt“, ist Rainhard Lüddecke begeistert. Wenn er jetzt auf der A 14 am Tower vorbeifahre, werde er einen ganz anderen Blick haben.

Werner Walter Fehre interessierte sich besonders für die Radareinrichtung am Flughafen. „Ich habe bei der Armee an der Radarstation gearbeitet. Daher mein Interesse“, begründet der 79-Jährige. Doch seit dessen Armeezeit hat sich einiges getan: „Auf eine kreisrunde, grüne Fläche, auf der ein gelblicher Zeiger rotiert, guckt heute keiner mehr“, erklärt der Fluglotse. Er lässt die beiden Gäste vor den vielen Monitoren Platz nehmen und zeigt auf einen, auf dem das Bild des Bodenradars zu sehen ist. „Dieses Bild sehen wir permanent. Für die Landungen oder die Starts der Flugzeuge müssen wir ja auch wissen, was auf den Rollwegen passiert“, bemerkt Robert Arnold. Eine Darstellung des Flughafens Leipzig/Halle, auf der sich mehrere gelbe Punkte befinden, die beim Heranzoomen schemenhaft auch ein Flugzeug erkennen lassen, ist zu sehen. Wesentlich komfortabler als zu früheren Zeiten sei das Radarbild auch deshalb, weil mit einer programmierten Schablone Flächen ausgeblendet werden können, die für die Lotsen irrelevant sind.

Auf einem benachbarten Monitor zeigt Robert Arnold dann die Flugbewegungen: „Wir sehen hier den Berliner Flughafen, da ist Hannover, hier unten ist Prag. Die vielen grünen Punkte mit den Zahlen und Buchstaben daneben sind die Flugzeuge“, erklärt Arnold. Deutschland sei wegen seiner zentralen Lage in Europa der am dichtesten überflogene Luftraum. Dann vergrößert der Lotse die Ansicht und die Kontrollzone, für die die DFS am Flughafen Leipzig/Halle zuständig ist, wird sichtbar. Die Städte Leipzig, Halle und Merseburg werden sichtbar.

Immer noch gibt es sich bewegende grüne Punkte mit einer Buchstaben- und Zahlenkombination zu sehen. Mehr, als beim Blick aus der Kanzel auszumachen sind. Mit einem Druck auf die Tastatur gibt es plötzlich nur noch drei von ihnen: „Die, die ich jetzt verschwinden lassen habe, fliegen in großen Höhen über den Flughafen hinweg. Die interessieren uns nicht“, sagt Arnold. Was in einer Art Karton zwischen Leipzig und Halle und bis in eine Höhe von 800 Metern passiert, sei relevant. „Alle, ob Polizeihubschrauber, Flugzeuge, Sportflieger oder Heißluftballone, die sich in dieser Zone in der Luft bewegen wollen, müssen sich bei uns melden“, sagt Arnold.

Dann wird es hektisch: Eine Boeing  777 der Aerologic schwebt ein. „Wollen wir raus?“, fragt der Lotse. Dann schnelles Nicken und es geht auf die Terrasse. Werner Walter Fehre zückt seine Kamera und filmt im Sonnenuntergang, wie die „Triple Seven“ auf der Südbahn aufsetzt. Ein wie Spielzeug aussehender Sportflieger muss mit seinem Start warten, bis die Frachtmaschine „ihren Hintern von der Bahn bewegt hat“, wie Arnold es nennt.

„Ich bin begeistert. Dabei hat eigentlich meine Frau gewonnen. ,Das ist was mit Technik, das ist für Dich‘, hat sie gesagt“, gesteht Rainhard Lüddecke lachend. Als ehemaliger Matrose bei der Handelsschifffahrt habe er auch mit Lotsen zu tun gehabt. „Aber das ist nicht zu vergleichen“, meint er nun. Werner Walter Fehre wünschte den Lotsen beim Abschied einen stressfreien Job ohne Zwischenfälle. Dem schloss sich Lüddecke an. Beide dankten vor allem dem Lotsen Robert Arnold.

Von Roland Heinrich

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