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Schkeuditz Modellflugzeuge sind einen Monat länger zu sehen
Region Schkeuditz Modellflugzeuge sind einen Monat länger zu sehen
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09:55 28.08.2017
Nachgestellt: Die ersten Fluggäste in Schkeuditz, der Margarinefabrikant Richard Held und der Baumeister Carl Jeßnitzer sind mit ihren Ehefrauen gelandet. Quelle: Foto: Roland Heinrich
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Schkeuditz

Noch einen Monat lang können im Schkeuditzer Stadtmuseum historische Flugzeuge en miniature bewundert werden. Wegen der Schließzeit des Hauses im Juli hat Museumsleiter Hans Neubert die Sonderschau kurzerhand verlängert und räumt nun einen Monat zusätzlich für deren Besichtigung ein. Und ins Staunen kommt der Besucher in der Mühlstraße 50 tatsächlich.

Der gelernte Betriebsschlosser Dieter Uhlemann, der 1955 bei der Lufthansa in Berlin-Schönefeld dann noch einen Lehrgang zum Flugzeug-Mechaniker hinter sich brachte, ließ bei seinen Modellen Detailverliebtheit und Akribie walten. Das ist zu sehen: „Die Propeller der Flugzeuge sind nicht einfach nur aus Holz geschnitzt“, erzählte Museumsleiter Neubert. Uhlemann habe mehrere Lagen unterschiedlichen Holzes aneinander geklebt und erst dann daraus die Propeller gefertigt. Natürlich mit der typischen Verdrehung in deren Verlauf. Durch das Verkleben und die unterschiedliche Farbigkeit entsteht an den Mini-Propeller der gleiche Streifeneffekt, wie bei den großen Maschinen von damals.

Als Modell zu sehen ist unter anderem natürlich auch der Poulain-Eindecker. Mit diesem Flugzeug der Marke „Eigenbau“ war Gabriel Poulain am 26. Oktober 1910 in Schkeuditz gelandet und gehörte damit zu einer erst 1927 beginnenden Flughafenhistorie. Erst im September 1926, also 16 Jahre später, landete wieder ein Flugzeug in Schkeuditz. Als Modell kann der Eindecker inklusive seines Fliegers in Augenschein genommen werden.

Die Liste der als Modell nachgebauten Flugzeugtypen liest sich wie das „Who is who“ der damaligen Start- und Landebahn-Benutzung: Die DFW Mars, die 1912 zunächst als Eindecker und noch im selben Jahr fast baugleich auch als Doppeldecker von den Deutschen Flugzeugwerken in Lindenthal gebaut wurde, durchquerte den Schkeuditzer Luftraum lange bevor in der Stadt an einen Flughafen gedacht wurde. Wegen seiner Sichelform wurde die Mars auch „fliegende Banane“ genannt.

Ihren Erstflug hatte die Rohrbach Ro VIII „Roland“ im September 1926. Die Junkers G 23/24 war das erste dreimotorige Ganzmetall-Passagierflugzeug, das am 23. September 1924 seinen Erstflug absolvierte. „Um den Wellblecheffekt auf dem Modell hinzubekommen, hat Herr Uhlemann Bindfäden aufgeklebt“, verrät der Museumsleiter. 93 Jahre nach dem Junkers-Erstflug endet am 23. September die Sonderschau im Stadtmuseum.

Geöffnet ist das Stadtmuseum , Mühlstraße 50, mittwochs bis freitags von 9 bis 12 Uhr und mittwochs, donnerstags und sonnabends von 13 bis 17 Uhr.

Von Roland Heinrich

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