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Schkeuditz Museum kauft Miniaturmalerei vom Schkeuditzer Karl Ch. Fiedler an
Region Schkeuditz Museum kauft Miniaturmalerei vom Schkeuditzer Karl Ch. Fiedler an
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13:50 19.05.2015
Diese Miniatur vom Schkeuditzer Maler Karl Christoph Fiedler ist neu im Schkeuditzer Stadtmuseum. Quelle: Roland Heinrich

"Schon im Januar hatte sich eine Antiquitätenhändlerin bei mir gemeldet und jenes Miniaturbild zum Kauf angeboten", berichtete der Schkeuditzer Museumsleiter Hans Neubert. Es folgten Verhandlungen zum Preis, der sich am Ende bei 1200 Euro einpegelte. Hälftig haben der Museumsverein und die Stadt den Neuerwerb finanziert. "Das war kein schneller Prozess, da der Anteil des Vereins nach neuen Bestimmungen erst einmal als Spende vom Stadtrat zur Kenntnis genommen werden muss", erklärte Neubert. Jetzt aber ist er froh, den Bestand des Museums um einen weiteren und so schönen Gegenstand vergrößert zu haben.

Karl Christoph Fiedler wurde am 18. April 1789 in Schkeuditz geboren. "Während auf dem Auszug des Kirchenbuches jener Name steht, wird er in anderen Quellen immer mit Karl Christian Fiedler benannt", erwähnte Neubert eine ihm nicht erklärliche Merkwürdigkeit. Fiedler sei in Schkeuditz groß geworden und hätte dann als Schüler von Johann Friedrich August Tischbein und Hans Veit Schnorr von Carolsfeld an der Leipziger Akademie der Künste gelernt. Noch bis in die frühen 1840er-Jahre wird Fiedler als in Leipzig lebend erwähnt, wo er als Porträtist und Miniaturist arbeitete, berichtete der Museumsleiter. Nach Leo R. Schidlof, dem 1966 in London gestorbenem Verfasser eines vierbändigen Lexikons zur Miniaturmalerei, arbeitete Fiedler ab 1840 in Russland. 1845 soll er von der St. Petersburger Zaristischen Akademie der Künste für das "Porträt des PP Utkin" den Titel "herausragender Künstler" verliehen bekommen haben. 1846 wurden seine Porträtminiaturen in der St. Petersburger Akademischen Ausstellung gezeigt. Fiedler starb 1851 in St. Petersburg und hatte da den Titel eines Hofmalers inne.

Im Gegensatz zu der schon 1929 für 170 Reichsmark vom Museum angekauften Miniatur ist beim jetzigen Erwerb bekannt, wer auf dem Bild zu sehen ist. "Das Porträt zeigt Pauline Schaff, eine geborene Edle von Querfurth", wusste Neubert auch, weil es auf der Rückseite des Bildes vermerkt ist. 1837, vermutlich zu ihrer Hochzeit, ist jenes Bild gemalt worden, denn es zeigt sie in einem Hochzeitskleid, erzählte der Museumsleiter. "Es war damals üblich, auf Elfenbeintafeln zu malen. Das sollte dem Bild noch mehr Tiefe verleihen", klärte Neubert auf. So ist auch die Schaff-Miniatur mit Aquarellfarben auf einer solchen Elfenbeintafel verewigt.

Pauline Schaff war wahrscheinlich die Tochter des Karl Christian Edler von Querfurth und ist wohl in Förstel geboren, vermutet Neubert. Der Vater sei königlich-sächsischer Rittmeister gewesen und 1813 in den Adelsstand erhoben worden. Er ersteigerte 1825 das Hammerwerk Schönheiderhammer in Schönheide und baute es zu einer Eisengießerei aus, wusste Neubert. Die dargestellte Frau auf der 1929 erworbenen Miniatur ist indes völlig unbekannt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.12.2014
Roland Heinrich

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