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Schkeuditz Museumsverein in Schkeuditz kauft goldene Taschenuhr
Region Schkeuditz Museumsverein in Schkeuditz kauft goldene Taschenuhr
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10:44 18.02.2018
Die vergoldete Taschenuhr hat jetzt der Museums- und Geschichtsverein für das Schkeuditzer Stadtmuseum gekauft. Quelle: Fotos: Roland Heinrich
Schkeuditz

Christian Werner muss ein äußerst beliebter Vorgesetzter gewesen sein. Das legt ein jetzt getätigter Kauf des Schkeuditzer Museums- und Geschichtsvereins nahe. Eine vergoldete Taschenuhr mit einer Gravur, die sich verborgen unter einem Deckel auf der Rückseite befindet, hielt jetzt nämlich Einzug in den Museumsbestand. „Gewidmet zum 25-jährigen Dienstjubiläum – Gesamt-Personal des Straßenbahnhofs SchkeuditzKriegsjahr 1916“ ist dieser Gravur zu entnehmen.

25-jähriges Dienstjubiläum im Juli 1916

„Das ist schon eher ungewöhnlich, dass ein Vorgesetzter solch ein Geschenk bekommt. Das spricht für seine Beliebtheit“, meinte Museumsleiter Hans Neubert. Er musste sich allerdings zunächst einmal auf die Suche begeben, wer jener Vorgesetzte eigentlich war. Nachfragen bei der Interessengemeinschaft Modellbahn, die immerhin schon zur Geschichte des historischen Straßenbahndepots in Schkeuditz recherchiert hatte, blieben ohne Ergebnis. Im Straßenbahnarchiv wurde Neubert ebenfalls nicht fündig, weil Akten aus jener Zeit im Zweiten Weltkrieg verloren gingen beziehungsweise verbrannten. „Ich habe mir dann das Schkeuditzer Wochenblatt von 1916 vorgenommen“, sagte der Museumschef. Etwa Hälftig des Jahrgangsordners wurde er fündig: „Sein 25jähriges Dienstjubiläum beging am 1. Juli der Verwalter des hiesigen Bahnhofs der Außenbahn, Herr Christian Werner“, war in der Ausgabe vom 2. Juli 1916 in der Rubrik „Oertliches“ zu lesen.

„Große Beliebtheit und Verehrung“

Zwischen einer Nachricht, dass es fünf Pfund neue Frühkartoffeln im alten Spritzenhaus gegen die Aushändigung eines Abschnittes der Lebens- und Gebrauchsmittelkarte und die Zahlung von 65 Pfennig gibt und einer, die das Dölkauer Missionsfest ankündigt, ist auch zu lesen: „Welch großer Beliebtheit und Verehrung sich der Jubilar erfreut, war aus den vielen Glückwünschen und Ehrungen zu ersehen, die vom frühen Morgen an im Heim des Gefeierten einliefen.“ Wer Christian Werner, der also 1891 – weit vor Errichtung der Straßenbahnverbindung nach Schkeuditz – seinen Dienst antrat, eigentlich war, dürfte Bestandteil weiterer Recherchen sein. „Eigentlich war er ja ursprünglich wohl eher für Pferdebahnen zuständig“, meinte Neubert. Die Außenbahnlinie Schkeuditz-Leipzig war 1909 eröffnet worden, aber erst im Oktober 1910 in Betrieb gegangen.

Der Tipp kam aus Franken

Der Tipp zum Uhrenerwerb übrigens kam aus Franken. Dort hatte Gerhard Ahles die Taschenuhr mit der Gravur im Internet entdeckt. „Herr Ahles hat sich bei mir gemeldet und auf eine Auktion im Internet hingewiesen“, sagte Neubert. Selbst in einem Heimatverein in Franken aktiv, wisse Ahles wohl, welche Freude er mit derartigen Hinweisen auslöst. „Ich kann mich da nur herzlich bedanken“, sagte Neubert.

Die vergoldete Uhr mit 15 Steinen ist übrigens ein amerikanisches Fabrikat. Auf dem Ziffernblatt ist die Marke „Waltham“ aus Massachusetts zu lesen. Die Modellreihe stammt aus dem Jahr 1897, produziert wurde das besondere Jubiläumsgeschenk 1908. Von der Uhr wurden insgesamt mehr als 56 000 Exemplare gefertigt.

Von Roland Heinrich

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