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Musikalische Zeitreise zurück in die Kindheit

24. Schkeuditzer Neujahrskonzert Musikalische Zeitreise zurück in die Kindheit

Das 24. Neujahrskonzert in Schkeuditz kann durchaus als musikalische Zeitreise bezeichnet werden. „Während der bisherigen 23 Neujahrskonzerte wurde in Schkeuditz eigentlich schon alles gespielt“, meinte Ulrich Zickenrodt, Vereinschef der Villa Musenkuss in Schkeuditz. „Wir haben uns bei der Programmgestaltung, so wie bei der täglichen Arbeit des Vereins auch, von den Kindern inspirieren lassen“, erklärte er.

Der Marmorsaal im Mitteldeutschen Modezentrum war beim Neujahrskonzert mit etwa 800 Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt.

Quelle: Michael Strohmeyer

Schkeuditz. Das 24. Neujahrskonzert in Schkeuditz kann durchaus als musikalische Zeitreise bezeichnet werden. Zumindest teilweise kam die heimische Schallplattensammlung, die zu Kindertagen auf dem sonst unantastbaren Abspielgerät im Zimmer des Familienvorstandes aufgelegt wurde, zurück in die Erinnerung. Humperdincks „Hänsel und Gretel“, Tschaikowskis „Nussknackersuite“ oder Prokofjews „Peter und der Wolf“ gehörten wohl auch bei einigen der etwa 800 Besucher zu den gemütlichen Wochenendnachmittagen der Kindheit. Diese musikalischen Erinnerungen brachte – ohne Knistern – am Sonntagabend die Staatskapelle Halle im Marmorsaal des Mitteldeutschen Modezentrums zur Aufführung.

„Während der bisherigen 23 Neujahrskonzerte wurde in Schkeuditz eigentlich schon alles gespielt“, meinte Ulrich Zickenrodt. Der Kontrabassist bei der Staatskapelle Halle ist ebenso Vereinschef der Villa Musenkuss in Schkeuditz. Jener Verein präsentierte, seit fünf Jahren mit Unterstützung der Sparkasse Leipzig, den Konzerthöhepunkt des Jahres in der Flughafenstadt. „Wir haben uns bei der Programmgestaltung, so wie bei der täglichen Arbeit des Vereins auch, von den Kindern inspirieren lassen“, erklärte Zickenrodt. Das Publikum wolle er mit Hilfe der Musiker in die Kindheit zurückversetzen.

Improvisation war hingegen beim Programm gefragt: Die Leitung der das Konzert eröffnenden Chöre – dem Molto Vocale aus Schkeuditz und dem Engelsdorfer Chor – übernahm der Erste Kapellmeister der halleschen Oper, Andreas Henning, kurzerhand gleich mit. Terminliche Gründe verhinderten den eigentlichen Leiter des ehemaligen Schkeuditzer Singekreises, Thomas Piontek. Wegen Krankheit musste zudem die Sopranistin Anke Berndt absagen, was zu einer kleinen Änderung im Programm führte: Ralph Ertel präsentierte eine musikalische Liebeserklärung an die Donaustadt Wien, entnommen aus der Operette „Gräfin Mariza“ von Emmerich Kálmán.

Hier zeigte sich die thematische Finesse bei der Auswahl des Programms: „Gräfin Mariza“ nämlich ist mehrmals auch verfilmt worden und hätte in einer Version mit der Schauspielerlegende Hans Moser sicher auch in das Repertoire von Willi-Schwabes-Rumpelkammer gepasst. An jene Sendung aus dem DDR-Fernsehen erinnerte die Dramaturgin von „Peter und der Wolf“ und Moderatorin am Konzertabend, Anke Krüger, als sie mit brennender Laterne zu den Klängen vom „Tanz der Zuckerfee“ die Stufen zur Empore hinaufstieg. Jenes Stück aus der „Nussknackersuite“ war auch die Erkennungsmelodie bei der 35 Jahre laufenden Rumpelkammer-Serie.

„Das Konzert ist nur der ,i‘-Punkt. Das ,I‘ ist die alltägliche Jahresarbeit des Vereins. Dafür bitte ich weiter um Unterstützung“, verabschiedete sich die Moderatorin. Sie sei immer wieder beeindruckt, was der Schkeuditzer Verein für Schkeuditz leistet. Anschließend wurde Johann Strauß gespielt. Jener Komponist gehört inzwischen schon traditionell zum Schkeuditzer Neujahrskonzert dazu und sorgt immer wieder aufs Neue für Begeisterung – und Erinnerung an vorangegangene Neujahrskonzerte.

Von Roland Heinrich

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