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Schkeuditz Mysteriöse Plakate sorgen für Ärger
Region Schkeuditz Mysteriöse Plakate sorgen für Ärger
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15:54 17.07.2015
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Dölzig

Die Dölziger Pfarrerin Ines Schmidt hat jetzt Anzeige erstattet.

„Es ist eine Unverschämtheit“, ist die evangelisch-lutherische Pfarrerin empört. Sie betreut die Gemeinden Rückmarsdorf-Dölzig mit Frankenheim, Lindennaundorf und Priesteblich und berichtet von den in ihrer Gemeinde jetzt gehäuften Beklebungen. „Auf Wände und direkt auf Fenster werden diese Plakate geklebt“, ist Schmidt erbost. Immer in der Nähe einer Kirche. Der Kleber sei derart penetrant, dass die Plakate nur sehr schlecht wieder zu entfernen seien, spricht Schmidt von Sachbeschädigung und habe deshalb in Böhlitz-Ehrenberg eine Anzeige erstattet.

Inhaltlich befasst sich das Schreiben mit der damaligen Arbeit des Dritte-Welt-Shops in der Heilandskirche in der Erich-Zeigner-Allee in Leipzig. Von 1991 bis zur Schließung im Januar 2001 wurde hier durch „fairen Handel Monat für Monat etwa 3000 Menschen zum Überleben“ verholfen, heißt es auf dem Plakat. Fehlende Auskunft zum Verbleib der Gelder veranlasste den Kirchenvorstand, die Steuerberaterin Karla Helbig mit einer Teilinventur zu beauftragen und schließlich den Dritte-Welt-Shop zu schließen. Nun taucht Helbig mit Telefonnummer als sogenannte unabhängige Wirtschaftsprüferin im Plakattext auf. „Ich bin hochgradig genervt“, gesteht sie. Böse Briefe, Telefonanrufe auch in der Nacht und sogar Anzeigen seien im Laufe der Jahre bei ihr eingegangen. „Ich habe damit überhaupt nichts zu tun und Wirtschaftsprüferin bin ich nicht“, erzählt Helbig. Auch sie will nach 2001 nun erneut eine Anzeige erstatten. Allerdings verspricht sie sich davon aus der bisherigen Erfahrung nicht viel.

„Persönlich ist mir solches Handeln überhaupt nicht verständlich“, sagt Oberkirchenrat Thomas Schlichting, der das Regionalkirchenamt Leipzig leitet. Neben der vermeintlichen Ordnungswidrigkeit weist der studierte Jurist auf einen weiteren Verstoß hin: „Es ist nicht ersichtlich, von wem das Plakat erstellt wurde.“ Laut Presserecht müsse dies erkennbar vermerkt sein.

Diese Tatsache ärgert auch Schmidt. „Wenn jemand ernsthaft inhaltlich Interessen hätte, dann würde man doch eine Kontaktadresse angeben“, sagt sie. „Einen inhaltlichen Sinn sehe ich nicht“, ergänzt allerdings Schlichting. Und tatsächlich heißt es auf dem Plakat lediglich, dass „ehrenamtliche Helfer“ besagten Shops „in der Kirche ... ihre Arbeit fortsetzen“ wollen. Sollte ein ernsthaftes Interesse bestehen, betont Schlichting, so müsse man im Kirchenrat darüber reden. „Aber so geht es nicht!“

Die Nähe der Klebungen zu Kirchen lässt einen Zusammenhang entstehen, der nicht existiert: „Ich möchte mich ausdrücklich davon distanzieren“, betont Schmidt und meint damit ihre evangelisch-lutherische Gemeinde.

„Wir haben mit den Plakaten nichts zu tun“, betont auch Pfarrer Stefan Zieglschmid von der Leipziger Hoffnungskirche, bei der ebenfalls Anrufe eingingen. Noch nicht so lange im Pfarramt, weiß er dennoch vom damaligen Dritte-Welt-Shop. Auch die ehemaligen Betreiber, zu denen Kontakt aufgenommen wurde, wären an den Klebe-Aktionen nicht beteiligt, sagt Zieglschmid.

Roland Heinrich

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