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Nadelbäume als Lärmschutz

Nadelbäume als Lärmschutz

Während der ersten Beratung der Arbeitsgruppe für den Schkeuditzer Lärmaktionsplan Stufe 2 ging es unter anderem um den vom Flughafen Leipzig/Halle geplanten Lärmschutzwald.

Schkeuditz. Aber auch andere Varianten der Lärmreduzierung wurden im Ratssaal diskutiert.

Als dramatisch bezeichnete Akustik-Experte Dirk Grundke für einige Schkeuditzer Bereiche die Belastungen mit Straßen-, Schienen- und Fluglärm. Betroffene dürfte diese Aussage wenig überraschen, höchstens die Tatsache, dass sie von einem Experten in dieser Deutlichkeit formuliert wurde. Der Sachverständige hatte die Lärmquellen erstmals als Ganzes betrachtet und jene Zonen kartiert, in denen nachts der kritische Grenzwert von 55 Dezibel (dB) zum Teil weit übertroffen wird. Das ist jener Wert, bei dessen Überschreitungen Ärzte von Gesundheitsgefährdungen ausgehen und der als Auslöseschwelle für Maßnahmen im Lärmaktionsplan gilt. Am Tag gelten 65 dB als Grenzwert.

"Kann man nicht alle Lärmverursacher an einen Tisch bekommen, um sich gemeinsam über sinnvolle Maßnahmen gegen den Lärm abzustimmen?", fragte der Papitzer Michael Jung. Grundke bezeichnete das zwar als "hehres Ziel", aber in der Praxis als derzeit äußerst schwierig. Zumal ein weiterer Aspekt noch gar nicht in die Betrachtungen eingeflossen sei: der Bodenlärm, der vom Flughafen und dem DHL-Vorfeld ausgeht. Er regte schon mal an, im Lärmaktionsplan als Vorschlag die Umstellung der Warntöne an den Verlade-Fahrzeugen aufzunehmen. Das nächtliche hochfrequente Piepen müsse nicht sein, es gebe breitbandigere Warngeräusche, die auch die Anforderungen an den Arbeitsschutz erfüllen, aber Anwohner nicht so sehr belästigen.

Die Arbeitsgruppe will auch Einfluss auf die Art des vom Flughafen geplanten Lärmschutzwaldes nehmen. Laut Stadtverwaltung hatte der Airport beim Landratsamt Nordsachsen einen Erstaufforstungsantrag über eine Fläche von zirka 20 Hektar südlich der S-Bahntrasse im Bereich Modelwitz gestellt. Schkeuditz begrüße dies und hoffe auf verkehrs- und bodenlärmmindernde Wirkungen für Modelwitz und Papitz. "Aus schallschutztechnischer Sicht wäre aufgrund seiner Winterdichte ein Nadelwald sinnvoll. Das muss mit der Forstbehörde abgestimmt werden", regte Uwe Wollmann vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie an. Als weitere Ideen für lärmmindernde Maßnahmen bei Schkeuditz und den Ortsteilen kamen Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der A 9 und A 14 zur Sprache.

Was den Schienenlärm angeht, bescheinigte Grundke den bei Schkeuditz angebauten Schienenstegdämpfern einen nur geringen Effekt. Und er nannte eine wenig beruhigende Prognose der Deutschen Bahn für die Strecke bei Papitz bis zum Jahr 2025: Dann würden alle acht bis zehn Minuten zirka 700 Meter lange Güterzüge mit 120 Kilometern pro Stunde Schkeuditz passieren. "Der Rollärm bei einem Güterzug ist zehn dB höher als bei einer S-Bahn", so Grundke. Etwas leiser könne es werden, wenn die Bahn mit der Umstellung von Graugussbremsen auf Kunststoffbremsen voran komme. Dann würden die Radkränze gleichmäßiger belastet und weniger unrund laufen, was wiederum den Geräuschpegel senke. Auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Güterzüge könne in Erwägung gezogen werden.

Die nächste Sitzung der Arbeitsgruppe findet am 16. Oktober ab 18 Uhr in der Kolonnade am Rathausplatz 3 statt. Dann will Grundke die Bodenlärm-Pegel vorstellen. Außerdem soll eine Prioritätenliste für lärmmindernde Maßnahmen erstellt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.09.2013

Olaf Barth

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