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Nächste Woche kommt die Abrissbirne

Nächste Woche kommt die Abrissbirne

Jetzt geht es los: Der Flughafen Leipzig/Halle macht Ernst und bereitet den seit 2012 geplanten Abriss von inzwischen 30 Häusern in der Berliner und Kursdorfer Straße in Schkeuditz vor.

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Wird als erstes abgerissen: Das Haus neben dem Dixi-Klo.

Quelle: Roland Heinrich

Schkeuditz. Mit Unterstützung der Flughafen-Feuerwehr wurden gestern Bäume einen Stamm kürzer gemacht; ein Bagger stapelte Geäst und Gestrüpp auf große Haufen. Wie berichtet, sollen die leerstehenden Häuser nicht mehr zu Vandalismus und illegaler Müllabladung verleiten. Der Flughafen komme mit dem Abriss seiner Verkehrssicherungspflicht nach, hieß es.

Nachdem schon vor drei Jahren in der Kursdorfer- und der Berliner Straße ein großer Holzeinschlag stattgefunden hatte, vermuteten Anwohner den unmittelbar bevorstehenden Abriss der damals noch 22 Häuser. Doch es passierte nichts. "Es sieht schrecklich aus", sagte Matthias Schauer. Der 60-Jährige wohnt seit Jahren in der Berliner Straße und ist jetzt erleichtert. "Endlich passiert hier was. Auch wenn es traurig ist, dass alte Wohnhäuser verschwinden, doch nach dem Abriss sieht es hier wenigstens ordentlich aus", meinte Schauer gestern. Leute seien in das Wohngebiet gekommen und hätten ihren Hausmüll entsorgt. "Da hinten steht eine Garage, die komplett mit Sperrmüll voll ist. Es sieht schrecklich aus", wiederholte der Senior.

Die Grundstücke, auf denen die leerstehenden Häuser stehen, befinden sich sämtlich im Übernahmegebiet des Flughafens. Nach dem Abriss der Gebäude wird auf der Fläche vorerst nichts passieren. Obwohl laut früherer Aussage des Schkeuditzer Oberbürgermeisters Jörg Enke (Freie Wähler) für Gewerbeflächen prädestiniert, gebe es hier keine konkreten Anfragen oder Vorhaben seitens des Airports. "Solange es die Gartenanlage noch gibt, passiert hier nichts", glaubt Schauer. Auch deshalb, weil durchaus noch Leute hier wohnen. Schauer: "Ich werde hier nicht mehr weggehen." Er habe ein nicht gerade klein zu nennendes Grundstück, das heute in der Größe nicht zu bezahlen wäre. "Mit 60 fängt man auch nicht mehr neu an", ergänzte er. Und der Lärm? "Wir haben uns damit abgefunden und finden es auch gar nicht so schlimm. Klar, die Fenster müssen zu bleiben, mit den Lüftern geht das ja", sagte Schauer. Und tagsüber passiere ja nicht viel: "Wenn ich um vier früh das Fenster aufmache, das ist schon laut." Die DHL-Maschinen hätten inzwischen aber modernere und leisere Triebwerke und seien ja auch schnell in der Luft und weg.

Dass jetzt der große Häuser-Kahlschlag im Schkeuditzer Norden beginnt, ist indes ein Trugschluss. "Wir reißen vier Häuser und zwei Garagen im Norden des betreffenden Gebietes ab", sagte gestern ein Flughafensprecher auf Anfrage der LVZ. Welcher Bereich gemeint ist, ist schon zu sehen. Bauzäune, die am nördlichen Ende der Kursdorfer Straße aufgestellt sind, grenzen das Areal ab. In der nächsten Woche soll der eigentliche Abriss beginnen. Was momentan passiert, sind sogenannte Baufeldfreimachungen, heißt es vom Airport.

Unbestimmt ist, wann es mit dem Abriss der restlichen 26 Häuser weitergeht. Konkrete Termine gebe es noch nicht. Sukzessive im Verlauf dieses Jahres aber sollen laut früherer Aussagen vom Flughafen die restlichen Häuser fallen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.02.2015
Roland Heinrich

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