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Schkeuditz Neue Luppe wird repariert
Region Schkeuditz Neue Luppe wird repariert
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10:02 07.11.2018
Mit einem Langstilbagger samt 14 Meter langen Ausleger wird die Neue Luppe bei Schkeuditz instandgesetzt. Der Bagger ist mit GPS ausgerüstet, um punktgenau die festgestellten Schäden an der Flusssohle auszubessern. Quelle: Michael Strohmeyer
Schkeuditz

Bagger, Sandsäcke und reges Arbeiten – Fußgänger und Radfahrer haben längst bemerkt, dass an der Neuen Luppe einiges los ist. Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) hat vor einigen Tagen begonnen, weitere Hochwasserschäden aus dem Jahr 2013 an der Luppe zu beseitigen.

„Wir sind da bereits seit mehreren Jahren dabei und erledigen jetzt den nächsten Bauabschnitt“, sagt Britta Andreas von der LTV. Dieser liegt zwischen den Stadtgrenzen von Schkeuditz und Leipzig sowie der Brücke an der B186 an der Neuen Luppe. In den vergangenen Jahren wurden bereits Arbeiten an der Flusssohle oberhalb des jetzigen Abschnittes durchgeführt.

Erosion schreitet fort

Um die fortschreitende Erosion zu verhindern und den Wasserspiegel wieder auf das ursprüngliche Niveau anzuheben, wird die eingetiefte Flusssohle gesichert. Das ist zwingend nötig, um den Grundwasserspiegel im Auwald nicht noch weiter absinken zu lassen. Denn je tiefer sich die Luppe ins Flussbett schneidet, desto mehr trocknet sie den Auwald aus. Das passiert bereits seit einigen Jahren. Die Folgen sind unter anderem eine veränderte Baumartenstruktur. So findet man vermehrt Ahorne im Auwald, eine völlig untypische Art, die – anders als Eichen – zudem sehr empfindlich bei Hochwasser reagiert. Und das, wo doch der Auwald als Überflutungsgebiet genutzt wird. Bereits seit Jahren versucht die Stadt Leipzig daher, wann immer es geht, Eichen neu zu pflanzen.

Das Problem begann vor etwa 80 Jahren – mit dem Bau der Neuen Luppe. Sie sollte Hochwasser und Siedlungsabwasser vor allem schnell aus Leipzig heraustransportieren. Ergebnis: Die Neue Luppe fließt drei bis vier Meter unter dem umliegenden Land. Das Ziel der Planer wurde erreicht – aber zu einem hohen Preis. Die Natur des Auwaldes verschlechtert sich Jahr für Jahr. Auch das soll nun durch die Maßnahme gestoppt werden.

Ausspülungen unterschiedlich tief

Wie viel tatsächlich angehoben werden muss, ließe sich nicht genau sagen, so Andreas. „Die Ausspülungen sind unterschiedlich tief und auch unterschiedlich in der Länge.“ Um die Luppe wieder auf ein stabiles Niveau zu bekommen, werden in den Gewässerlauf insgesamt sieben Sohlsicherungen aus Wasserbausteinen eingebaut.

Auch deshalb werden die Arbeiten mittels modernster Technik ausgeführt: Im Einsatz ist ein Langstielbagger, der mit GPS ausgestattet ist. Damit kann er bis auf einen Zentimeter genau arbeiten. Sein Ausleger hat eine Länge von 16 Metern, um eben auch Stellen mitten in der Luppe erreichen zu können. Zudem sind acht Paletten mit jeweils 65 Säcken Sand im Einsatz. Die mit je 15 Kilo befüllten Säcke sollen das Ufer während der Arbeiten sichern.

Weniger als die Hälfte der Schäden beseitigt

„Wir bearbeiten in diesem Bereich 1200 Schäden an Gewässern“, so Andreas. „470 davon haben wir bereits erledigen können.“ Geplant sind die jetzigen Arbeiten bis zum Februar. Die Kosten dafür belaufen sich auf insgesamt 900.000 Euro. Finanziert wird die Summe aus Mitteln des Freistaates Sachsen und des Bundes. Um die sensible Natur im Bereich der Aue zu schonen, wird die Maßnahme nun in der vegetationsarmen Zeit durchgeführt.

Der eingesetzte Unimog hinter dem Damm hat mit den Arbeiten der Landestalsperrenverwaltung allerdings nichts zu tun – er gehört zur Unteren Wasserbehörde des Landkreises, die den Weg für Radfahrer und Fußgänger wieder hübsch macht.

Von Linda Polenz

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